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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 39 (sequence 41)
Language
German
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Probleme der jüdischen Erziehung 89 etwas vorsichtiger im Gebiet der Erziehung anwenden. Allerdings wirkt sich dieser Gegensatz, der im ganzen Volke einen so erbitterten Kampf hervorruft, auch auf dem Gebiet der Er- Ziehung aus — aber nie kann Erziehung der Ort sein, wo der Kampf ausgekämpft, das Problem gelöst werden kann. Auch die national• ökonomische und soziale Frage, ob man sich in Palästina den europäischen Wirtschaftsformen gegenüber konservativ oder revolutionär verhalten soll, ist nicht unmittelbar als ein Erziehungsproblem anzusehen. * Die Lösungsversuche aller dieser Probleme durch einen nur-nationalen Erzieher müssen notwendig so ausfallen, dass sie für einen gesetzestreuen Erzieher unannehmbar sind. In diesem speziellen Falle ist es erfreulich, dass diese Lösungen wenigstens nicht für absolut angesehen werden. Aber auch ganz abgesehen von religiösem und nationalem Standpunkt: wenn ein Denker, trotz aller Probleme, ein Absolutes als Grundlage der Erziehung fordert, ist es nicht sonderbar, wenn er dann die Erziehung selbst als letzten, absoluten Wert einsetzt? Und zwar Erziehung ״als innere Notwendigkeit seines (des Erziehers) zu diesem Werke und n u r zu diesem Werke berufenen Wesens“! Das Absolute also verkörpert im Subjekt dieses oder jenes Erziehers? Wie passt solche Flucht in den Subjektivismus zusammen mit der Absicht vom Erzieher als dem ״Vollstrecker des Willens seiner Gemeinschaft“? Und wozu dann das Suchen nach dem Wesen dieser Gemeinschaft? Soviel kann wohl übrigens jeder aus der Geschichte des Judentums ablesen, dass es nie zum Wesen jüdischer Lehrer und Volksfühier gehört hat, sich selbst und ihren Willen zur Erziehung als absolut zu setzen. Ihnen war jdas Absolute, dessen die Er- Ziehung bedarf, kein Problem; sie hatten es in der תורה, der ewigen Quelle und dem ewigen Ziel. Daher waren sie entfernt vom Hochmut moderner subjektivistischer Erzieher.

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