Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Probleme der jüdischen Erziehung זצ״ל gelöst wurde durch die Parole תורה עם דרך ארץ. Und nicht nur in Palästina wird dieses Problem immer dringlicher werden — auch in Amerika wird das Auseinanderklaffen der Welten des östlichen Einwanderers und des amerikanisierten Juden — 80 oft gleich Vater und Sohn! — immer umfangreicher und von immer schmerzlicheren Folgen für das Gesamtniveau der Judenheit. Welche Weite der Aufgabe eröffnet sich für die Synthese von Weltkultur und Judentum, die das Werk Samson Raphael Hirschs darstellt! Schulen in Palästina! Der Jude in Europa ist notwendig Theoretiker geworden. Das höchste Ideal des Ostjuden heisst Lernen, dass des Westjuden: Ausbildung der geistigen Personlichkeit. Der Aufbau Palästinas aber stellt eine ganz neue Forderung an den Theoretiker Jude: Die Bewältigung ungeheurer praktischer Aufgaben. Der Erzieher in Palästina müsste also ganz gewiss sein Unterrichtsprogramm auf die praktischen Erfordernisse einstellen. Aber darunter soll doch die geistige Ausbildung nicht leiden. So ergibt sich denn für den Aufbau des Schulwesens in Palästina das Problem, eine Synthese zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Anleitung herzustellen, eine Aufgabe, deren Lösung bisher noch nicht gefunden wurde 1). Der ganz eigenartige Zustand des heutigen Palästina verlangt eine ganz eigengeartete Schule. Ein blosses Nachahmen anderer Schulformen muss ersetzt werden durch eine Schöpfung aus genialer Schau der eigenen Gegenwart und Zukunft. Auch das gesetzestreue Schulwesen in Palästina wird sich diesen Not- Wendigkeiten technisch und methodisch nicht verschliessen können. Erziehung an sich ist im strengen Sinn immer konservativ; denn ob ein Monarchist erzieht oder ein Bolschewist, ob ein Orthodoxer oder ein religiöser Radikalist — jeder will seine Anschauung in einer jüngeren Generation erhalten wissen. Darum sollte man die Antithese: konservativ oder revolutionär vielleicht *) vgl. auch in demselben Heft: M. Calvary, Jugendnot in Palästina; F. Loewenstein, Das hebräische Schulwerk in Palästina.