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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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32 Das Karäertum nur als Reminiszenz gefeiert. Ein Teil der palästinensischen Karäer behauptet, an den hinzugefügten Fasttagen genüge es, wenn man sich nur von einer Sache enthält. Ein Teil der cherosaner Karäer anerkennt nicht das כתיב und קרי, sondern liest immer wie geschrieben steht; andere behaupten dasselbe vom Gttesnamen, der mit Jo!i und He geschrieben wird (Tetragramm), und sagen, wer ihn mit Aleph-Daleth liesst, sei nicht rechtgläubig. Manche Karäer aus Chorosan und Djebal behaupten, der versprochene Messias sei schon gekommen und verschwunden, ebenso sei der (von den Propheten versprochene) Tempel derjenige Serubabels; einen andern werde es nicht mehr geben. Es gibt unter ihnen solche, die nicht an die Auferstehung der Toten glauben; sie behaupten, die in der Bibel erwähnte Auferstehung bedeute das Wiederaufleben der jüdischen Nation (durch ihre Errettung) aus Verbannung und Unterdrückung. Ein Teil der bagdader Karäer behauptete, Chanoch und der Prophet Elias seien gestorben, da es unmöglich sei, dass sie sich leibhaftig zum Himmel erhoben hätten. Einige der neuesten Karäer aus Basra und Taster verbieten am Sabbath ohne besondere Not Schuhe anzuziehen, ebenso mehr als ein Hemd, Oberrock, Sandalen und alles andere was nicht notwendig ist, so z. B. einen Gürtel u. ähnl. Manche erlauben das Feuer am Sabbath za löschen, wenn man vergessen hat es früher zu tun; sie erlauben es nicht nur, sondern verpflichten sogar dazu; ebenso muss man am Sabbath ein Wasserrohr, das ein besätes Feld bewässert, verstopfen, wenn man es nicht früher getan hat. Seltsam (sagt Karkasani), dass sie am Sabbath befehlen sich zu bewegen und zu arbeiten und die Ruhe und Arbeits- . unterlassnng verbieten. Unter ihnen (den Karäern) ist ein Streit inwieweit ein Haus, in dem sich ein Leichnam befindet, unrein ist; wie derjenige za handeln hat, der nicht zur vorgeschriebenen Zeit die Waschungen vorgenommen hat usw. usw. Hier gab ich einen Auszug — sagt Karkasini zum Schluss — aus den verschiedensten Ansichten der Karäer, die Sache nimmt aber täglich ein breiteres Ausmass an.“ (Fortsetzung folgt.)

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