Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Das Karäertum Ananiten in der ersten Hälfte des X. Jht. nur eine unbedeutende Gruppe neben anderen bildeten, von denen einige offene Feindschaft und Verachtung Anan gegenüber an den Tag legten. Das Karäertum bildete also im IX. - X. Jht. ein Konglomerat verschiedener antirabbanititcher Häresieen, die zum Teil schon vor Anan vorhanden waren, zum Teil nach ihm entstanden sind. Einen guten Ueberblick über des Karäertum im IX. und X. Jht. gibt Karkasini (937) im Abschnitt, den er ״über die Differenz zwischen den Karäern in unserer Zeit und in den früheren Zeiten״ überschreibt. Er sagt: ״ein Teil von ihnen verbietet Waschungen von der (levitischen) Unreinheit am Sabbath vorzunehmen, andere verbieten das Gesicht zu waschen, andere wieder erlauben nicht einen kleinen Tisch anzurichten und das Bett zu machen; wenn sie essen wollen, gehen sie dorthin, wo das Essen steht (d. h. in die Küche); andere wieder erlauben den Tisch zu decken und die Kissen auszubreiten, verbieten aber beides wieder abzunehmen, da das Hinlegen für den Sabbath erforderlich ist, das Abnehmen aber nicht. Ein Teil erlaubt nicht am Sabbath einen Gürtel anzuziehen. Ein Teil der Karäer aus Bagdad erlaubt am Sabbath für den kommenden Werktag all das za tun, was. man für den Sabbath selbst tun darf, z. B. Wasser abzukühlen und ähnl. Ein Teil der Karäer aus Tuster verbietet die Speisen am Sabbatn heiss zu halten und verlangt, dass sie vor Sabbath abgekühlt werden, da die Hitze eine Veränderung der Quantität der Speisen am Sabbath selbst verursacht; andere dagegen erlauben sogar heisse Speisen am Sabbath in Stroh heiss zu erhalten. Manche Karäer verbieten das Kochen und Backen an allen Festtagen ausser Pessach, das ihrer Meinung nach eine Ausnähme darstellt und in Tuster sind unlängst Karäer aufgekommen, die am Feiertag all dasjenige verbieten, was am Sabbath verboten ist, denn sie behaupten die Worte אך אשר יאכל לכל נפש הוא לבדל יעשה (Exod. XII, 16) entsprächen den Worten אכלוהו היום כי שבת היום לד (ib. XVI, 25). Manche Karäer verstehen unter אביב (Exod. XIII, 4) frisches Grün; andere beginnen den Monat Abib erst wenn die neuen Getreidepflanzen (?)*) in ganz Palästina erschienen sind; andere ומנחם מן יתכד־ חדש אביב חתי יבון א^הרןן מוגודא פי גמיע אר? בני אסראיל (ג Baron V. v. Rosen meint «א ל ה ד ן zu lesen. Siehe ed. Harkavy, S. 317