Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Karäertum 29 und 793 Teilen (je 1/18 Min.); am Tage, an dem diese Zeit endet, beginnen sie den neuen Monat, wenn von ihm auch nur ein Teilchen öbriggeblieben ist . . . So behauptet al-Tiflissi und seine Schäler״. Gleichzeitig mit der Sekte al-Tiflissi entstand in der Stadt Ramie (Palästina) eine andere Sekte, deren Gründer M a 1 i k nach seiner Stadt al-Ramli genannt war. Im X. Jh. lebten noch nach Aussage Karkasani’s, seine Anhänger, die sich al- Malika oder al-Ramli nannten. Ueber Malik-al- Ramli berichtet Karkasani: ״Von Malik al-Ramli ist nur bekannt, dass er in vielem mit Abu-Imran al-Tiflissi übereinstimmte. Von ihm erzählt man, er habe auf dem Tempelplatz in Jerusalem geschworen, dass man ’ auf dem Altar d eses Tempels Hähne und Hennen dargebracht habe. Das ist die Tat eines Narren״. Karkasani sagt nicht, warum Malik das getan hat, die Tatsache erklärt sich aber daraus, dass An an und seine Nachfolger. das Huhn als unreinen Vogel erklärten, da sie דוכיפת (Levit, XI, 19) mit ״Henne* äbersetzten. Gegen diese Meinung polemisierte Malik and behauptete, wie der karäische Autor des XII. Jhs#5 Jabob ben Reuben, in seinem Kommentar zu Leviticas mitteilt, die Vögel תורים (Lev. I, 14), die im Tempel geopfert wurden, seien Hühner gewesen. Im Streit mit den Anhängern Anans hat Malik wahrscheinlich die Richtigkeit seiner Ansicht durch seinen Eid beweisen wollen. Malik und seine Anhänger werden von dem arabischen Autor Makrisi erwähnt, der die Ansicht Maliks über die Auferstehung der Toten darlegt und dabei sagt, Malik sei ein Schüler Anans gewesen; das ist aber chronologisch unrichtig. Ausser den oben erwähnten Sekten im Karäertum existierte noch eine ganze Reihe anderer, von denen wir noch weniger als von den angeführten wissen. Wir haben nur eine zufällige Auf- Zahlung ihrer Namen oder Hinweise auf sie in verschiedenen handschriftlichen Fragmenten. Aus allem dargelegtem folgt, dass das Karäertum nach Anan, nicht wie man früher annahm, etwas ganzes und feststehendes gewesen ist, sondern dass ausserhalb Anans Lehre nacheinander eine ganze Reihe von Häresilarchen neue Sekten gründete, und dass die