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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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26 Das Karäertum Irrsinn ähnlich, und alle verständigen Leute, die ihn hörten, spotteten seiner. Dessen ungeachtet war er, bei all seiner Unwissenheit, sehr hochmütig, denn in seinen Schriften erniedrigt er An an und stellt ihn als Narren hin. Man erzählt: als er am Tode lag, befahl er seinen Anhängern auf seinen Grabstein die Worte: רכב ישראל ופרשיו zu schreiben. Er leugnete die massoretische Regel, nach der manche Worte anders gelesen werden als sie geschrieben sind (קרי וכתיב), liess vielmehr immer nach dem geschriebenem (כתיב) lesen. Andererseits behauptete er, manche biblischen Stellen hätten früher einen andern Wortlaut gehabt und seien bei uns verstümmelt; so las er z. B. nach ויאמר קין אל הבל אחיו (Gen. IV, 18) die Worte קום נצא השדה; den Satz וכל העם רואים את הקולות (Exod. XX, 18) korrigierte er in שומעים את הקולות, da Stimmen nicht gesehen, sondern gehört werden. Diese Verbesserungen entlehnte er den Samaritanern .... Der Anfang des Monats sei vom Entstehen des Neumondes an zu rechnen; demnach ist dann die Zeit des Neumondsgebets und -Opfers uüd wenn es auch vor Sonnenuntergang sei. Er erlaubt, am Sabbath das von Nichtjuden zubereitete zu essen, so z. B. gebratene Badinjaus (eine Art Gemüse oder am Sabbath gepflückte Früchte usw. Er hat eine Menge der schädlichsten, dümmsten und schlechtesten Aussprüche, dabei tadelt er oft An an und zählt ihn zu den Narren und Eseln.tt Von Ismael Okbari sind keine Werke auf uns gekommen, und alles was wir über ihn und die von ihm gegründete Sekte wissen, beruht fast nur auf den Nachrichten Karkasani’s1). Nach dem Zeugnis von Karkasani lebten zu seiner Zeit (9ö7) keine Anhänger Ismael Okbari's mehr. In den 60ger—70ger Jahren des IX. Jahrhunderts wirkte in derselben Stadt Okbara das Haupt einer neuen Sekte Mesch wia oder M e s c h w i. Er war aus Baalbek in Syrien gebürtig, weshalb ihn auch die karäischen Autoren Tobiah Haobed (XI. Jht) und Jehuda Hadassi (XII. Jht.) ״Baalbekki“ nennen. Scheinbar ist er ג) Kurz erwähnt wird Ismael Okbari bei Jehuda Hadassi im אשכל הכפר, p. 41 (AJphabetb 97, Buchstaben ע und פ) und beim arabischen Schriftsteller Makrisi im Fragment, das bei De Sacy, Chrestomathie Arabe, 2e ed., T. I, p. 116 abgedrackt ist.

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