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Jeschurun · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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16 SR. H^rech lind das firp.setz^strene Jud^ntunn der Pflichterfüllung — schlechtweg irdisches Glück. Gott hat den Menschen nicht bloss auf das Jenseits hin geschaffen. Der Zweck der Menschenschöpfung ist nach göttlicher Zielsetzung aus der Allgüte Gottes: die Glückseligkeit des Menschen schon hier auf Erden. Diese Glückseligkeit ist aber von allen Gottesgesohöpfen nur zu erlangen, wenn sie ihrer Wesensart in Vollkommenheit dienen. Pflanze und Tier folgen determiniert dem in sie gelegten Gesetz. Der Mensch, dem die Freiheit gegeben, soll das ihm von Gott verliehene Gesetz in Freiheit bejahen, nur dann kann er seine Vollkommenheit erlangen und nur dann vermag er auf Erden glücklich zu sein. Es ist ein ähnlicher Gedanke, wie ihn das Schillersche Distichon ausspricht: ״Suchst du das Höchste, das Grösste, die Pflanze kann es dich lehren! Was sie willenlos ist, sei du es wollend, das ist’s!“ Und Hirschs Vergeistigung Vertiefung und Durchleuchtung der göttlichen Gesetzgebung, steht im Dienste dieses Gedankens, im einzelnen den Nachweis zu führen, inwiefern die Unterlassung eines Verbotes und die Erfüllung eines Gebotes auf Seele und Körper des Einzelnen glückfördernd wirkt, die soziale Harmonie steigert und so für die höchstmögliche Zahl das höchstmögliche Wohl zu Stande, bringt. Ist aber das Ziel der jüdischen Gesetzgebung die Förderung diesseitigen Glückes, zu dem die Seligkeit des Jenseits nur in Steigerung und Ausgleich hinzutritt, dann muss auch die Welt hienieden auf die Erreichung dieses Glückes angelegt sein. Alles was die Kultur, diese im edelsten Sinne genommen, dem Menschen an Glücksgütern seelischer Werte zu bieten vermag, muss dem Juden offen stehen. Eine kultur fremde, eine kultur feindliche Einstellung wäre w i d e r jüdisch. Denn alle e c h t e Wissenschaft, alle Kunst, alles, was von grossen Geistern geschaffen, um des Menschen Herz zu beglücken, ist ja nicht minder Offenbarung des Göttlichen, Erfüllung der Verheissung, die der japhetitischen Menschheit im Segen Noahs geworden. So steigt aus dem innersten Kern der Auffassung Hirschs vom Wesen des Judentums jener alles beherrschende Satz her-

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