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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 631

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 631 (sequence 107)
Language
German
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Bücherbesprechungen 631 dass die Literatur der letzten 20 Jahre naehgetragen und verarbeitet ist. Sehr verwunderlich ist, dass in dem Anhang za dem Abschnitt ״die Quellen:״ ״Ueberbück über die wichtigste neaere Literatur״ weder das Buch von Felix Perles ״Boussets Religion des Judentums im neutest&mentlichen Zeitalter kritisch untersucht״ Berlin 1903 erwähnt wird, noch die Artikelserie von M; Güdemann ״das Judentum im neatestamentlichen Zeitalter in christlicher Darstellung״ M. G. W• J. 1963. M. EL hat der Leser des Werkes von Bousset doch Anspruch darauf zu erfahren, auf welchen Widerspruch dies Werk von sachverständiger Seite gestossen. Die scharfe polemische Bemerkung, die Bousset in seiner 2. Auflage an die Anführung dieser Schriften knüpft, hätte ja fortfallen können. Wir hören infolgedessen auch nichts von der Gegenschritt Boussets ״Volksfrömmigkeit und Schriftgelehrtentum״ Berlin 1903. Noch schmerzlicher berührt es, dass die Nichterwähnung von Felix Perles in der 2. Auflage, die Bousset völlig unzureichend mit dem gehässigen Ton von Perles Schrift begründet auch in der 3. Auflage aufs strengste durcbgeführt ist. Und dabei lehrt ein Verreich der 2. mit der 1. Auflage, dass Bousset an vielen Stellen seines Wezkes auf Grund der Schrift von Perles Aenderungen vorgenommen hat Wir Talmadisten haben den schönen Satz הא־ימר דבר בשם אומרו מביא גאלה לעולם: Wer .eine Bemerkung im Namen ihres Urhebers citiert, bringt der Welt die Erlösung (b. Megilla 15 a). Und wir meinen ferner, dass selbst, wenn der Herausgeber der Meinung ist, dass Bücher wie Travers Herford ״Das pharisäische Judentum״ und M Güdemann ״Apologetik״ weit über das Ziel hinausschiessen, demjenigen, der über die Religion des Judentums in diesem Zeitalter sich unterrichten will, die Namen dieser Werke nicht vorenthalten werden dürfen, wenn schon manche andere ähnliche Schriften in diesem Zusammenhang, der die Hauptliteratur angeben will, nicht Erwähnuog finden sollten. Boussets Werk zeichnet sich bekanntlich vor allen anderen Schriften, die diese Periode behandeln, durch seine grössere Vorurteilslosigkeit und die gerechtere Abwägung aus. Dennoch bleibt noch soviel übrig, dass eine anüberbrückbare Kluft zwischen jüdischer und christlicher Beurteilung gähnt• Das liegt nicht nur daran, dass die christlichen Gelehrten die jüdisch hellenistische Literatur in einem ganz anderem Maasse beherrschen und verwerten, während den jüdischen die r&bbinische in ihrem ganzen Umfange und aus erster Quelle zur Verfügung steht Man kann ja wohl jetzt unterstellen, dass genügendes Material beiden Seiten zur Verfügung steht. Worauf es ankommt, ist die Wertung des Materials. * Das ganze Werk von Bousset wird beherrscht von einem Zwar-Aber. Damit gibt sich schon äasserlich kund, dass die dem Judentum günstige und ungünstige Beurteilung aus den Quellen zu belegen ist. Dass Männern wie Bousset und Gressmann nichts ferner liegt als bewussterm&ssen mit einem Vorurteil an die Wertung der Quellen heranzutreten, braucht nicht hervorgehoben zu werden. Sie sind beide wissenschaftlich religionsgeschichtlich orientiert. Aber es ist zum Verzweifeln, wenn unsere

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