Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 629 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293049--08747-2302029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Büeherbesprechun gen 629 Absieht einer Fernhaltang von Giftstoffen za denken, wie manche auch die Absonderungsvorschriften bei צרעת und זיבה als nichts anderes als eine ״Infektionsprophylaxe* auffassen. Die Berührung einer גדה ist dem Mann untersagt, sie darf keinerlei heilige Dinge berühren oder gar gemessen, Speisen werden durch sie unrein, sodass sie von all denen nicht genossen werden können, die auf Heiligung ihrer Person achten. Diese werden auch andere Gegenstände nicht berühren, die vorher von einer נרה berührt worden sind. Und aus all den zahlreichen Einzelvorschriften resultierte in der Tat quasi eine Quarantäne, die die כדת von der Aussenwelt abschloss. Indes wird man darauf hin weisen müssen, dass von. den נדת-Vorschriften nur der Teil allgemein und für alle Zeit bestimmt ist, der mit der sexuellen Fernhaltung im Zusammenhang steht, während der grösste Teil der Absonderungsvorschriften nur für die Zeit des Tempels und für das heilige Land bestimmt war, und auch damals nicht als Muss-Vorschrift für das ganze Volk, sondern nur als Eventualgesetz für diejenigen, die במהרה leben und dadurch auf eine höhere sittliche Stufe gelangen wollten. 'Wäre die Uebertragung eines Giftstoffes Motiv der Gesetzgebung gewesen, so hätten die Vorschriften für das ganze Volk und auch für die heutige Zeit Geltung haben müssen. Schon das lässt denken unll die Theorie von der Bedeutung hygienischer Motive für die טומאה*Gesetzgebung auf diesem Gebiete für ebenso unwahr* scheinlich erachten, wie sie für die צרעת »Vorschriften und die Speisegesetzgebung ist. Alles lässt nach wie vor vermuten, dass ethische Ziele all diesen Vorschriften zu Gmnde liegen. J. L. v. ScHcenaich Palästina Eine Fahrt ins gelobte Land Halberstadt H. Meyers Buchdrackerei Halberstadt 1926 126 S. Der berühmte Pazifist, ein General, der durch den Weltkrieg umgelernt hat, behandelt hier das Palastinaproblem von einer hohen Warte. Während die erste Hälfte des Buches ״Ausreise“ ״Als Tourist in Aegypten“ ״ägyptische Landwirtschaft“ ״Zionismus“ dem,der die Palästinaliteratur kennt, nicht viel sagt — obwohl der frische und lebendige Ton der Darstellung den Leser auch hier fesselt — spricht in der zweiten Hälfte der fachmännisch geschulte und offenbar praktisch erprobte Landwirt. Man kann sagen, dass gegenüber dem überschwänglichen Optimismus zionistischer and dem Pessimismus antizionistischer Schilderer man hier Vertrauen fasst zu der nüchtern abwägenden Beurteilung. Besonders interessant die Erörterung über die Pläne So&kins und Wükonskys und die Entscheidung für Wilkonsky. Herzerquickend berührt der warme Ton, mit dem Vf. die Arbeit der Kolonisten rühmt und das günstige Prognostikon, das er trotz allen Einwänden der zukünftigen Entwicklung stellt. Was den jüdischen Leser aber ganz besonders fesselt, das ist das Urteil, das er über Wesen und Charakter des jüdischen Volkes fallt, seine geschichtliche Bedeutung für die Weltkultur, der Schmers über seine Leiden und Verfol-