Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 626

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 626 (sequence 102)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293049--08744-2302026
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

626 Bacherbesprechungen nicht akzeptierten Nathanphilosophie keineswegs tot für die heutige deutsche Literatur usw.) Als Ausklang seines Buches erzählt L. von eigenen Versuchen, die er selbst mit der Jewish Arama Leagae unternahm, um das englische Theater mit lebenswahreren jüdischen Gestalten zu bereichern. Hierin liegen sicher beachtenswerte Möglichkeiten, die auch andererorts versucht werden sollten. Das Problem liegt jedoch tiefer und lautet allgemeiner: Wie der Jude sich in seiner Umwelt spiegelt und gespiegelt hat, bedarf einmal einer eingehenden Untersuchung. Die zur Besprechung stehenden Bücher liefern zu dieser Frage bedeutsame Beiträge und verdienen in jüdischen Kreisen mit Aufmerksamkeit gelesen zu werden. Bernhard Bamberg er-Berlin Joseph Unna: Der Gaon Saadja. Sein Leben und seine Werke. 94 Seiten. Verlag J. Bulka, Nürnberg 1926. Ein gutes populäres Büchlein, das auf kleinem Raum alles Wesentliche zusammenträgt, was geeignet ist, die Persönlichkeit eines der grössten Bahnbrecher und Pfadfinder, die das Judentum des Mittelalters hervorgebracht dem Verständnis des Laien nahezubringen. Doch darf die heisse Liebe des Biographen za seinem Helden, die aus jeder Seite spricht, sich nicht za solchen Uebertreibangen hinreissen lassen, wie ״... so ist doch die Religionsphilosophie sein Hauptfeld, das Reich, wo er der Alleinherrscher ist, wo er neue Wege gefunden und wo ihn ausser M&imonides niemand übertroffen hata (S. 57). An Genialität in der Entdeckung neuer Wege steht Maimonides in der Religionsphilosophie hinter Gabirol und Chisdai Crescas zurück und Abraham Ibn Daud weit über Saadja. Es ist wabrlich genug an dem, dass Saadja sich auf allen Gebieten der jüdischen Wissenschaft so meisterlich betätigt und dass er überall den Grund gelegt. — S. 65—72 die Darstellung von Saadjas Anschauungen über Gott tmd Welt dürfen m. E. in einem für diesen'Leserkreis bestimmten Buche nicht so trocken gehalten sein. Sie musste entweder nur mit wenigen Worten angedeatet, oder in ihrer allgemein metaphysischen Bedeutung gewertet werden. Doch sollen diese Ausstellungen nicht den Wert des Ganzen mindern. Die Ausstattung des Büchleins ist prächtig und bei dem grossen Mangel derartiger Lebensbüder auf dem jüdischen Büchermarkt, ist eine Fortsetzung wünschenswert. J. W. Mehtmed E®in Efendi: Antisemitiea. Heiteres und Ernstes, Wahres und Erdichtetes. Gustav Engel, Leipzig 1926. 126 S. U. R. Deutsch: Briefe an einen antisemitischen Freund. Gustav Engel, Leipzig 1926. 144 S. Das erste Buch gibt yn wesentlichen eine Verspottung des niederen völkischen Antisemitismus. Doch wem zu Nutzen und Frommen? Für den Juden wahrlich keine aufheiternde Lektüre! Weiss er doch, dass auf den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.