Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 623 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293049--08741-2302023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bücherbesprechungea 623 עניו und ותיק 1. Bei den Ausführungen des Herausgebers zu עניו (Heft 6—6 S. 237 d. J. oben) im Sinne einer *aktiven Tugend״ (Förster) erinnere ich mich an eine Aufzeichnung nach, einem Colleg von Dr. S.'Eppenstein זצ״ל zum Psalmworte וענולצך תרבני. Damals schrieb ich mit: »ענוה. heisst hier nichts Anderes als Macht und Grösse; Epp. weist auf arab. ״die Reichen“ hin. Folgt ethische Betrachtung über inneren Reichtum usw.״. Ich bemerke, dass zur Zeit dieser Aufzeichnung Försters Schriften hierzulande noch nicht in dem Masse wie heute Ansehn besa8sen. Vielleicht gilt auch hier סוד ד׳ ליראיו. — 2. Auswendig erinnere ich mich daran, dass Epp. זע״ל auch ותיק aufs Arabische zurückführte, nämlich auf ״Zeit“, und mit pünktlieh“ übersetzte. Hierzu passen sämtliche vom Heraus״. S. 240—41 zitierten Stellen, auch die vom תלמיד ותיק, dem ״früh zur Vollendung gelangten“ Gelehrtenschüler, der ungeachtet seiner Intuition niemals die Halachoth des Moscheh am Sinai übertrifft. Dr. B. Cohen, Schönlanke. Bücherbesprecliuögeo. J. L. Cardozo. The Contemporary Jew in the Elizabethan Drama. (H. J. Paris. Amsterdam 1926). H. Michelsohu. The Jew in Early Engiish Literature. (H. J. Paris. Amsterdam 1926). M. J. Lauda. The Jew in Drama (P. S. King and Son Ltd. London 1926). Neuere literaturhistorische Forschung betreibt Typengeschichte. Es wird gefragt: Wie werden die Vertreter eines Standes oder einer geistigen Richtung dichterisch geformt? Inwieweit treten in diesen künstlerischen Ausprägungen Wandlungen zutage? Welche inneren Zusammenhänge kulturgeschichtlicher Art werden in solchen Entwicklungen von Typen sichtbar? Bei der Frage des ״Juden* in der frühenglichen Literatur, mit welcher sich die beiden ersten Werke beschäftigen, kann schwerlich von einer irgendwie bedeutsamen künstlerischen Entwicklung gesprochen werden. Der Jude, wie er selbst von den feinsten Geistern Altenglands angesehen wurde, blieb in seinen Grundzügen stets der gleiche: Vorurteil, Unkenntnis, Bühnenkonvention schufen ein abschreckendes Bild mit niemals wechselnden Charakterzügen. Der ״Bühnenjade״ erscheint stets als Wucherer, mit ab« stossendem Aeusseren, kriecherisch in der Abhängigkeit, rachsüchtig im Triumpf; als der ewig Wandernde verdirbt er jede Sprache und wird darum - verspottet; wo er seine christlichen Mitbürger im Verstand übertrifft, nutzt er dies zu deren Nachteil aus. : Michelsohn unternimmt es nach dem Woher dieser Erscheinung zu fragen und sieht im Neuen Testament die Quelle alles falsch dargestellten