Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 609 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293049--08727-2302009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Karäertum - 609 Verbote am Sabbath Feuer brennen zu lassen, am Sabbath das Haus zu verlassen, es sei denn zum Gebet oder zur Verrichtung natürlicher Bedürfnisse, die Neumondsbestimmung auf Grund des jedesmaligen Sichtbarwerdens des neuen Mondes. Von den Isawiten hat er die Anerkennung Jesus und Mohammeds als Propheten für ״die Völker“ entlehnt, ebenso das Verbot während des Exils jegliches Fleisch, ausser ßeh und Tauben zu gemessen. III. Unter dem Einfluss seines Beraters, der ihm das Leben rettete, Abu-Chanifah, hat er auch vieles aus dem Islam und seinen Sekten aufgenommen, unter anderem auch die Lehre von der Seelenwanderung (Metempsychose), zu deren Verteidigung Anan ein besonderes Werk geschrieben haben solL Zur allgemeinen Charakteristik Anans als Häretiker ist folgendes zu sagen: Er war durchaus kein ßeformator im modernen Sinn. Er hat das ״Joch“ des traditionellen Gesetzes nicht erleichtert, er hat es vielmehr erschwert. Dafür unter den zahllos beizubringenden Beispielen nur einige wenige: Die von den ßabbaniten festgesetzten Minimalquanten (שעורים) erkennt er nicht an, behauptet vielmehr, das kleinste Stückchen verbotener Speise könne eine beliebig grosse Menge anderer Speisen untauglich machen; die Beschneidung darf nach Anan nur mit einer Schere vollzogen werden und ist mit vielen erschwerenden Nebenbestimmungen umgeben; schwerere Lasten dürfen am Sabbath nicht einmal im Zimmer getragen werden. Die Fast* tage hat er überaus stark vermehrt Er setzte als solche ein: Den 7. jedes Monats, den 14. und 15, Adar (Purim) und 70 Tage vom 13. Nissan bis zum 23. Siwan (einschliesslich Pessach und Schewuoth), an denen nur in der Nacht gegessen werden durfte. Und nun noch einige Beispiele zur Beleuchtung der sog. ״Toleranz“ Anan’s. Er verbot sogar Wasser zu trinken, das von einem Nichtjuden gekocht worden war. Ebenso durfte man nicht in naher Nachbarschaft mit einem Nichtjuden leben. Auch seine Beziehung zur Wissenschaft ist nicht die eines illustren Geistes. Er verbot unter anderem die Beschäftigung mit der Astronomie,, weil er sie mit Astrologie und Sterndeuterkunst verwechselte. Ebenso die mit der Medizin, weil ge-