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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 607

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 607 (sequence 83)
Language
German
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607 Das Karaertum günstigt hätten, dem es gelangen ist, unter seine Fahne alle verschiedenartigen antirabbinischen Elemente za vereinigen und sie zu einem machtvollen Ganzen zusammenzuschmelzen. Dieser Mann, Anan ben David, machte mit Berufung׳auf seine königliche Abstammung aus dem Hause David um das Jahr 760 als Prätendent Anspruch auf die höchste Ehrenstellung des damaligen Judentums, auf das Exilarchat. Gewählt wurde aber zum Exilarchen sein jüngerer Bruder, dem man wegen grösserer Gelehrsamkeit und besonders wegen der makellosen Tugenden seiner Persönlichkeit den Vorzug gab. Der stolze und machtgierige Anan konnte sich' aber mit der vom bagdader Kalifen bestätigten Wahl seines jüngeren Bruders, die er als schwere Beleidigung empfand, nicht abfinden und wagte es, sich als Antiexilarchen zu proklamieren. Diesen Akt haben die Muselmanischen Behörden als Widerstand gegen die heilige Person des Kalifen aufgefasst. Sie Hessen an einem Sonntag Anan einkerkern, um ihn am Freitag hinzurichten. Inzwischen hatte er aber mit Hilfe eines berühmten muselmanischen Geistlichen {Abu-Chänifah) einen Verteidigungsplan ausgearbeitet und nahm, am Freitag die Gelegenheit war, ihn durchzuführen. Vor den Kalifen gebracht, fiel er ihm zu Füssen-und fragte: 0״, Be- Herrscher der!Rechtgläubigen! Hast du meinen Bruder Josia zum Oberhaupt über eine Religionsgemeinde oder über zwei eingesetzt?“ Der Kalif antwortete: »nur über eine“. Da begann ihm Anan auseinanderzusetzen, dass seine Religion und die Religion seiner Anhänger eine ganz andere sei als die Religion 4er übrigen Juden. Als Differenz führte Anan die Neumonds- und Festbestimmung an. Während die rabbanitischen Juden den Neumond nach astronomischen Berechnungen festsetzen, richte er sich, ebenso wie die Muselmanen, nur nach dem Sichtbarwerden der neuen Mondsichel. So gelang es dem schon zum Tode verurteilten Anan, den Kalifen umzustimmen und sich sogar seiner Gunst bei ihm zu versichern. Dieser Umstand hat viel dazu beigetragen, dass die unter so seltsamen Umständen gegründete Sekte gleich darauf schon viele Anhänger hatte. Anan ging jetzt an die Ausarbeitung der neuen Lehre und an die

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