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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 606

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 606 (sequence 82)
Language
German
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606 ־ Pas Karäertum Juden in der Verbannung befänden. Um sieb die Muselmanen und Christen günstig zu stimmen, behauptete er, Jesus und Mohammed seien Propheten gewesen, die Gott zu den anderen Völkern gesandt; Jesus sei zu den Heiden und Mohammed zu den Arabern gekommen. Gleichzeitig empfahl er seinen Anhängern, das Evangelium und den Koran mit ihren Kommentaren zu lesen; es wäre gut, sagte er, wenn die Christen und Muselinanen ihre Lehren beobachten würden und die Juden die ihrige. Mit Bezug auf Psalm 119,164: (שבע ניום הללת״ך) sieben Mal täglich lobe ich dich“, verpflichtete er seine Anhänger sieben Mal täglich zu beten, änderte aber, den Rabbaniten zuliebe, nicht den Text der Gebete; er behauptete sogar, Gott habe ihm befohlen die Gebete ,Schema“ und ״Sch’mone-Esre“ nach der Weise des Talmudischen zu verrichten. Nach Abu-Isa bildeten sich noch zwei Sekten, die Judhaniten und Schadhaniten, so genannt nach dem Namen ihrer Gründer. Sie hatten eine sehr rationalistische Anschauung hinsichtlich des Sabbat, der Feiertage und der Speisegesetze; sie behaupteten, diese Gesetze seien nur in Palästina während der Existenz des Tempels obligatorisch gewesen und hätten jetzt nur historische, aber keine, religiöse Bedeutung. Bei gründlicher Untersuchung der Quellen für die Geschichte der jüdischen Sekten stellt sich heraus, dass die Reste der alten Sadduzäer, die im religiösen Leben des Judentums — das sich nunmehr von den zwei geistigen und־religiösen Zentren, dem Suraer und Pumbaditaer Gaonat leiten liess — jegliche Bedeutung verloren hatten, im Verborgenen noch ein Scheinleben fristeten. Das währte bis zum Anfang des 8. Jahrhunderts; In dieser Epoche der allgemeinen religiösen Gärung gewannen diese kläglichen Reste der alten Sekten etwas neues Leben und begannen vor ihrer endgültigen Vernichtung eine fieberhafte Tätigkeit. Sie wären wohl mit den neuerstandenen Sekten der Isawiten, Judhaniten und Schadhaniten bald in das rabbinische Judentum wieder aufgegangen, wenn die Bedingungen des politischen Lebens der Juden im östlichen Kalifat nicht die Erscheinung eines energischen und entschlossenen Mannes be-

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