Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 596

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 596 (sequence 72)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293049--08714-2301996
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

596 Eine ungerechte Beschuldigung usw. Eine ungerechte Beschuldigung gegen R. -Mose ben Maimon. *Von Dr. M. Auerbach, Berlin. Es gibt Unwahrheiten, die durch den Irrtum eines Gelehrten sich einmal in die Literatur eingeschlichen haben und nun trotz wissenschaftlicher Widerlegung immer wieder auftauchen. Solche Unwahrheit ist die Behauptung, R. Mose ben Maimon, unser ßambam, sei in der Zeit der Verfolgung ausserlieh zum Islam übergetreten. Zu unserem Bedauern lesen wir in dem jüngst erschienenen Bande von Dubnows ״Weltgeschichte des jüdischen Volkes‘ (deutsche Uebersetzung von. Steinberg) S. 348/49 ״Hier [in Fez] wütete noch immer der Fanatismus der Almohaden, vor dem sich die Juden nur dadurch zu retten vermochten, dass sie sich öffentlich zu Mohammed bekannten. Es bleibt ungewiss, ob es der Familie des Maimonides gelang, diesem Los zu entgehen. Moses selbst blieben jedenfalls die Gewissensqualen der ״Anussim“, der Sklaven des fremden Glaubens, die gezwungen , waren, ein islamitisches Glaubensbekenntnis abzulegen, nicht erspart.“ Bei der voraussichtlichen Verbreitung von Dubnows Geschichtswerk ist zu fürchten, dass von nun an auch Dubnow als Gewährsmann für den Zwangsübertritt des Maimonides gelten wird, wenn nicht von vornherein hiergegen Stellung genommen ,wird. -Dubnow hat sich anscheinend — ohne Kenntnis der neueren Literatur über diese Frage — durch Grätz (Geschichte VI 2. Aufl. S. 293) irre führen lassen. Den 1914 erschienenen zweiten Band des — von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums herausgegebenen — -Sammelbuches ״Moses ben Maimon“ kannte er anscheinend nicht; denn in der Bibliographie fuhrt er nur den 1910 erschienen ersten Band an. Daher hat er wohl den wertvollen Aufsatz Prof. Berliners ״ זצ״לZur Ehrenrettung des Maimonides* (Bd. n 130—104־) nicht benützt. Dieser Aufsatz fusst auf einem Artikel, den Berliner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.