Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 586 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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586 Saadja Gaon usw. um den es sich -handelte, nicht erfahren. Der Scherira-Brief sagt nur ganz allgemein, dass Saadja einen Streit mit dem Exilarchen hatte (הריב). Sefer Jochasin berichtet, dass David ben Sakkai einen ״Rechtsfall“ (דין) hatte, der nach seinem Willen und nicht richtig entschieden worden sei. Etwas ausfuhrlicber handelt davon der im Anhang der ersten Ausgäbe*) des Sefer hajochasin abgedruckte Bericht, der sich gleichlautend inSeder olam sutta und auch in S e d e r hadorot findt. Es heisst dort: ״Der Grand des Streites zwischen R. Saadja und dem Exilarchen betraf Grundstücke, welche Leuten gehörten, die unter dem Exilarchen standen, sowie eine grosse Geldsumme, die ihnen als Erbschaft zugefallen waren. Es entstand zwischen ihnen ein Streit, 80 dass sie sich freiwillig erboten, den Zehnten von allem zu geben, was ihnen als Erbschaft zugefallen war, um die (ungerechten) Vorteile zu beseitigen und ihr Recht zum Lichte zu führen (להסיר ההנאות ולהוציא לאור משפטם). Auf den Anteil des Exilarchen entfielen 700 Goldstücke von dem Zehnten, den sie ihm gaben. Er fertigte Schriftstücke aus und unterschrieb sie und gab den Auftrag, zu den Gaonen zu gehen und sie dort bestätigen zu lassen. Als die Schriftstücke zu R. Saadja gelangten, sah er darin Dinge, die ihm nicht gefielen. Trotzdem sagte er freundlich: Gehet zu Ko'hen Zedek, dem Vorsitzenden der Hochschule von Pumbedita, damit er unterschreibe. Und als Kohen Zedek unterschrieben hatte, kehrten sie zu R. Saadja zurück, damit er sie durch seine Unterschrift bestätige. Da sagte ihnen R. Saadja: Warum wollt Ihr meine Unterschrift? Ihr habt ja die Unterschrift des Exilarchen und des Kohen Zedek, des Gaon von Pumbedita. Ihr braucht meine Unterschrift nicht. Da sagten sie zu ihm: Warum unterschreibst dn nicht?Er antwortete: Ich weiss es nicht, und wollte es ihnen nicht sagen. Da beschworen sie ihn vielmals, er solle ihnen sagen, was er in der Urkunde gefunden habe. Er konnte nun, da sie ihn beschworen, es ihnen nicht verheimliehen und teilte ihnen mit, was er in den Urkunden gefunden habe, und aus welchem Grunde sie verfehlt seien.“ Es wird daun weiter berichtet, wie die Weigerung R. Saadjas die Entscheidung anzuerkennen, zu heftigen Konflikten mit dem Exilarchen führte, die jahrelang dauerten, bis schliesslieh die Gegner sich wieder versöhnten. *) Den Hinweis auf diese Ausgabe verdanke ich Herrn Professor Bimonsen in Kopenhagen.