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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 583

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 583 (sequence 59)
Language
German
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Eine Metaphysik des Pentateuch 588 sie für unsere jüdische Weltanschauung fruchtbar gemacht wird. Sie enthält sicherlich viel Befremdliches: das Seelenleben der Pflanzen, die Erde wie die anderen Himmelskörper als ihrer selbst bewusste Persönlichkeitsgeister, die Durchdringung einer Gesamtseele durch Einzelseelen u. s f. Aber wie bieten sich da die Analogien durch tausende Belege aus der Natur, aus unseren Erfahrungen zwanglos dar, wie knüpft da alles an die uns bekannte Wirklichkeit an! Wir sind bisher stets auf die ״unpathetische Auffassung des Pentateuch“ wie G. seine Darstellung gewürdigt sehen will, eingegangen und haben unsere ״theologischen“ Bedenken zurückgestellt. Von diesem Standpunkt aus, der ״theologischen“ Wertung des Pentateuchs und der Bibel, die sicher , ebenso einen Anspruch auf Wissenschaft machen kann, schon deshalb weil Jahrtausende hindurch die grössten Geister sich abgemüht, in Form und Inhalt des Buches der Bücher einzudringen, ist das Buch G’s ganz indiskutabel. Es war schon die Eede davon, dass der Pentateuch als Ganzes selbst gegen die Aqg- Schaltung jeder geistigen Erfassung der Attribute Gottes, des Sünden- und Heiligkeitsbegriffes, der Amoralität aller seiner Be- Stimmungen protestiert. Aber ebenso sollen die Wunder als Wunder, die Teleologie usf. ausscheiden. IJeberbaupt ist es ein Irrtum, wenn in Besprechungen die Verwandtschaft von Goldbergs Darlegung mit mystischen Vorstellungen betont wird; dort, wo sie in das System passen, sind sie herangezogen ebenso wie Talmud und Midrasch gelegentlich zu Belegen herhalten müssen, während sie als Ganzes doch in dem denkbar grössten Widerspruch zu Goldbergs System stehen. Diese gesamte Mythologie ist nicht Mystik, viel eher vielleicht Rationalismus, so seltsam das klingt, eine Mechanisierung der gesamten Verhältnisse zwischen Gott und den Menschen. Wahrheiten, die ohneWeiteres bei G. einleuchten,begegnen uns, wie der Kenner auf Schritt und Tritt sieht, bei Jehuda Halevi, Nachmanides, den kabbalistichen Schriften- Richtig ist, dass sie dort nicht in ein geschlossenes System ge-

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