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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 582

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 582 (sequence 58)
Language
German
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582 Eine Metaphysik des Pentateuch weit dieser Anspruch zutrifft, werden andere Metaphysiker zu beurteilen haben1). De facto hat er aber seine Metaphysik aus seinen Untersuchungen zum Pentateuch erschlossen und diese dann zu einer allgemeinen erweitert. Nun ist es das Wesen einer jeden neuen ״Theorie“, dass sie ihre Berechtigung aus dem Umstande herleitet, dass mit ihrer Hilfe sich gewisse Schwierigkeiten besser erklären lassen als mit einer früheren. Das Kopernikanische System ist deshalb allgemein angenommen (seine Wahrheit ist bisher noch immer nicht experimentell erwiesen) weil es spielend alle Fragen löst, zu dessen Bewältigung das Ptolemäische eine ungeheure Fülle komplizierter und wider״ sprechender Annahmen benötigte. Aber das Kopernikanische System löst doch eben alle oder doch fast alle astronomischen Fragen, zum mindesten, soweit es unser Sonnensystem betrifft. Bei G. erklärt seine ganze Metaphysik nur einen kleinen Teil und selbst zur Lösung der nach ihm scheinbaren Widersprüche in seinem System die er selbst aufdeckt und behandelt, bedarf er immer neuer Konstruktionen, dass wir, und wir glauben jeder Leser ihm die Gefolgschaft verweigert. Dazu kommt, dass diese Metaphysik ganz in der Luft schwebt. Das tut ja schliesslich eine jede. Auch die Monaden von Leibnitz sind sicher eine sehr problematische und seitsame Sache. Aber sie sind aus dem philosophischen Denken von Jahrtausenden erwachsen und haben in diesem Reiche darum schon eine gewisse Wirklichkeit. Damit wir unsere tausendjährige Erfassung von diesen Dingen umwandeln, damit wir völlig umdenken bedarf es doch einer ganz anderen Verknüpfung der Metaphysik mit den Dingen der Wirklichkeit. Ein Beispiel: In diesen Blättern ist mit Wärme Feehners Seelenlehre dargestellt worden2), wir sind dafür eingetreten, dass 1) Ich habe in Besprechungen von Philosophen darüber nichts gelesen. Hugo Din gier aus München spricht in den ״Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaft״, Band 25 S. 217 f. sich zwar sehr warm über das Buch von G. aus, schweigt aber über diesen wichtigsten Punkt. 2) Jesch. XI 477—501; XII 1—84.

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