Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 581 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Metaphysik des Pentateuch 681 zweitens die Zentralisation. Die Einreihung der Bedeutung des Opferdienstes, des Mischkan, der Reinheits- und Unreinheitsgesetze in G’s System kann hier nicht gegeben werden, weil er hier mit einer Fülle von Anwendungen aus der Metaphysik der Biologie und Technik arbeitet, die in einer kurzen Wiedergabe nicht verständlich zu machen sind. Ueberhaupt muss für das Ganze der Erklärungen der Chukkim noch der 2. Band abgewartet werden. Die Grundlinien der Erklärung der Gesetzgebung sind gezeichnet, aber sehr fraglich erscheint uns, ob es G. gelingen wird für die vielfachen Differenzierungen, die in den einzelnen Gesetzen gegeben sind, eine zureichende Erklärung aus seinem System heraus zu geben. Dazu wäre ein fortlaufender Kommentar zum Pentateuch vonnöten. r ־ * * Aber auch schon aus dem 1. Band gewinnen wir den Eindruck, dass ihm das nicht gelingen .wird. Einzelne Schwierigkeiten sind gelöst d. h. einzelne Verse, manchmal auch Teile von Kapiteln vermeintlich zureichend erklärt. Aber der gesamte Inhalt, ja oft auch nur ein grösserer Zusammenhang erscheint gerade auf Grund der Konstruktionen von G. schwierig. Was soll man dazu sagen, dass der Begriff der Sünde völlig aus dem Pentateuch ausgemerzt werden soll?! Was dazu, dass der Heiligkeitsbegriff völlig verschwindet? Dass der gesamte Pentateuch beherrscht ist von einer amoralischen Auffassung? Dass Mord und Sexual Vorgänge nur technisch״mechanische Bedeutung haben, den Verkehr zwischen Gott und Land zu stören? Von der völligen Ausschaltung der Attribute: Allgegenwart, Allmacht und Körperlosigkeit nicht reden. Wie viele Stellen im Pentateuch wären hier als Gegeninstanzen zu bringen? In einer der erhabensten Stellen des Pentateuchs Ex. 33 u. 34 erklärt G. vermeintlich zureichend das in der Tat schwierige ידעתיך בשם und was fangen wir bei seiner Erklärung mit dem Ganzen an, mit den שלש עשרה מדות? In Wirklichkeit liegt die Sache so: G. behauptet zwar eine allgemein gültige Metaphysik geschaffen zu haben. Wie