Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 573 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Metaphysik des Pentateuch 578 Unterschiede von Geist und Materie unter »organischer Materie״ und Leben zu verstehen ist. Die Kluft ist somit die Kategorie des Organischen oder der Biologie Da nun Geist und Materie die beiden konstanten Faktoren der endlichen Wirklichkeit sind, so ist die Kluft zwischen Geist und Materie zugleich der Ort für die endlose Anzahl in sich abgeschlossener Welten, von denen die Rede war. Diese Welten sind somit organischer Natur: es sind biologische Zentren, die sowohl eine kosmologische als anthropologische Bedeutung haben... Diese biologischen Zentren sind, sofern wir von der kosmologischen Bedeutung dieser Welt reden, »Personen höheren Grades“, die zugleich Welten sind, es sind die eigentlichen ״Weltmächte״ (sofern man unter Welt nicht nur die Erde und alle astronomischen Welt- Systeme, sondern die wahre gesamte Wirklichkeit versteht). Diese Weltmächte betrachten die hiesige Welt als eine Kolonisationswelt, die ihnen in Ermangelung eines schützenden Zentrums frei zur Verfügung steht, die sie unter sich aufteilen können, um dann — selbst — als deren Schützmächte fungieren zu können (denn in der hiesigen Welt ist die Kluft zwischen Materie und Geist bereits so gross, dass sich Geist und Materie nicht mehr zu einer ״Person״ in Form einer ״Welt“ verbinden kann). Da Geist und Materie aus der Unendlichkeit stammen, so sind sie einander um so ähnlicher je mehr sie sich ihrem Ursprungsort, nämlich ihrer Identität in der Unendlichkeit nähern. Daraus folgt je »höher״ der Geist »aufsteigt״, je mehr er sich der Unendlichkeit nähert, desto kleiner wird die Kluft, d. i. die Spannung zwischen Geist und Materie, desto mehr wird die Materie dem Geiste angeähnelt. Nun ist aber die Stärke der Materie der Exponent der Macht. Daraus ergibt sich: je höher eine Welt gelegen ist, desto machtloser, je tiefer desto mächtiger ist sie. Der Materienabstieg, d. h. der Abstieg in die hiesige Welt grösster Spannung ist somit für die biologischen Weltzentren eine ״weltpolitische Massnahme״, um dadurch zur Materie und damit zum Exponenten der Macht zu gelangen. ... Diese biologischen Zentren aber in ihrer anthropologischen Bedeutung klarzustellen bietet den Schlüssel zu gesamten Mythologie. Si8 sind nichts anderes als die Götter der verschiedenen Völker. Der Gott des einen Volkes ist ein anderer als der des anderen Volkes, weil sein biologisches Zentrum d. h. sein Abstammungszentrum von dem des anderen verschieden ist. Denn jedes Volk, d. h. die Summe der Einzelwesen, die eine echte anthropologische Artgemeinschaft bilden, hat ein oder mehrere zusammengehörige' biologische Zentren, von dem bezw. von denen er abstammt. Daraus folgt erstens, dass der Begriff des Gottes nicht mit dem der Menschheit, sondern mit dem des Volkes auf das engste verknüpft ist, und zweitens, dass der Gott für das Volk eine eminent biologische Bedeutung hat. 4