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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 572

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 572 (sequence 48)
Language
German
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572 Eine Metaphysik des Pentatauch ursprüDglichen Mythik darstellt. Bei diesen handelt es sich wirklich schon um Konstruktionen, um Steigerungen menschlicher Eigenschaften, um Idealisierung usf. Nur die eigentlichen vorgeschichtlichen Völker — wie sie in der Völkertafel der Genesis uns entgegentreten — haben jene Verbindung mit den Göttern, die die mythische Realität ausmacht.1) — Geist und Materie sind aus der Unendlichkeit entstanden, diese beiden Formen sind durch di© konstituierenden Formen der Endlichkeit, nämlich Raum, Zeit und Kausalität an die Endlichkeit gebunden. Es gibt aber eine endlose Anzahl in sich abgeschlossener Welten mit eigenem Raum, eigener Zeit, eigener Kausalität. Diese in sich geschlossenen Welten stehen zu einander in einem bestimmten metaphysischen Verhältnis, das durch die Konstitution der Materie bedingt ist. Diese Materie ist als letztes Prinzip nicht mehr physikalisch zu ermitteln. Es gibt nicht nur eine Transcendenz des Geistes, sondern auch eine Transcendenz der Materie. ... Zwischen der unendlichen und der endlichen Wirklichkeit liegt nun ein Gebiet, das sich als die Verendlichuug der Unendlichkeit und damit als die Verwirklichung des Widerspruchs darstellt. Es ist der transcendente Organismus, in der die Gesamtheit der in sich geschlossenen Welten als den Ort ihrer Präformation ״einbezogen“ ist. Dies Gebiet ist als der Ursprungsort jeder Lebensgesetzlichkeit anzusehen: es ist das vor jeder ״Biologie“ gelegene biologie-erzeugeude Prinzip. . . . Wie zwischen der anzunehmenden ״vorweltlichen Sphäre“ und der ״Welt selbst“, so besteht zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit ein Bruch, der unüberbrückbar ist. In gleicher Weise liegt zwischen Geist und Materie eine diese beiden Bereiche völlig trennende Kluft. Die letztere hat noch eine besondere Funktion: sie ist das, was zum 1j Während der Ausarbeitung dieses Aufsatzes ging 1ms eine Schrift zu: Erich Unger, Das Problem der mythischen Realität; eine Einleitung in die Goldbergsche Schrift ״die Wirklichkeit der Hebräer“ Verlag David Berlin 1926 41 Lexikonseiten. Sie ist die 8. Veröffentlichung einer Schriftenreihe, die unter dem Titel ״Die Theorie, Versuche zur philosophischen Politik“ der Propagierung der Ideen Goldbergs dient. Während die erste Veröffentlichung ״Politik und Metaphysik“ (ebenfalls von Erich Unger) sich ebenfalls nicht leicht liest, ist die erst erwähnte sehr klar geschrieben und bietet darum eine sehr gute Einführung, lässt freilich eben, weil sie nur die Hauptpunkte berührt, nichts von den Seltsamkeiten ahnen, zu denen die konsequente Anwendung des Systems im Einzelnen, den Vf. der Metaphysik des Pentateuchs zwingt.

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