Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 571 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bine Metaphysik des Pentateuch 671 nachdem sie ihn gelesen. Er ist ein בעל תנ״ך von hohen Graden. Er hat ferner die Resultate seines Denkens ausreifen lassen, mehr als das doppelte nonum prematur in annum Horaz’ hat er befolgt, schon vor 20 Jahren hat er Einzelne mit den Grundlinien seines Systems bekannt gemacht. Und endlich ist seine ״Metaphysik“ nicht ein Sammelsurium mystischer Ideen und unzusammenhängender Einfälle, sondern — so wunderlich und allen herkömmlichen philosophischen Gedankengängen zuwider sie auch anmutet — ein lückenlos geschlossenes System, dessen Sinn einem freilich erst dann aufgeht, wenn man das umfangreiche Buch zweimal gelesen hat. Es ist völlig ausgeschlossen, ein vollkommenes Bild von der neuen Metaphysik und ihrer Anwendung auf den Pentateuch hier zu gehen, den in prägnantester Kürze zusammengedrängten Inhalt eines Buches von 300 Seiten, in dem fast kein einziger Satz überflüssig ist, und in dem der Vf. mit technischen Ausdrücken, die den, Naturwissenschaften, der Medicin, der Technik und vor allem dem Sprachschatz der ihm vorangegangenen Meta- Physiker entnommen sind, arbeitet, auf dem uns zur Verfügung stehenden Raum zu entwickeln. So sei nur ein kleiner Auszug gegeben, der freilich nicht geeignet ist, das ganze System in klares Licht zu stellen. G. meint nicht, dass der Pentateuch die von G. angenomine Metaphysik lehrt. Vielmehr setzt der Pentateuch diese Metaphysik voraus. Und noch mehr: diese Metaphysik ist nicht etwa bloss eine mythologische, in dem Sinne, wie wir Mythologie nehmen, phantastische Konstruktion eines oder mehrerer Völker, die nur als Gegenstand religionsgeschichtlicher, ethnologischer, psychoanalytischer Untersuchungen taugte. Nein diese Metaphysik ist die einzig wahre Metaphysik, sie allein ist reale Wissenschaft und nur mit Benutzung dieser Wissenschaft ist das Innere der Welt zu erfassen, sind alle ihre Gebrechen zu heilen, die Fragen der äusseren und inneren Politik, die soziale Frage usw. zu lösen. Wir dürfen nun nicht etwa die Mythologie der Griechen und Römer heranziehen, die schon eine völlige Entartung der