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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 569

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 569 (sequence 45)
Language
German
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569• Eine Metaphysik des Pentateuch Aber völlig abwegig ist die Meinung, dass mit der nüchtemen Wort- und Sacherklärung irgendwie der tiefere Sinn dessen ausgeschöpft wäre, was uns die biblischen Schriften sagen wollen. Und nun gar für den Pentateuch, die Thora, das Buch Gottes. Wer dies Buch Gottes nicht bloss so nennt sondern als göttliches Buch empfindet, wem, sobald er dies Buch liest, nur irgendwie der Gedanke kommt, dass er hier nicht Menschenwerk in Hindern hält, sondern eine Schöpfung der höheren unfassbaren Macht, der auch nur mit der Begrenzung der Attributenaussagen zu nahen, vermessen ist, der wird sich nicht beruhigen können mit der Fassung des äusseren Gewandes, wähnend er sei auch in das Innere seines Wesens gedrungen. Doch auch dort, wo es gilt zum einfachsten Verständnisvörzustossen, erheben sich Schwierigkeiten. Probleme häufen״ sich auf Probleme. Ein Philo und Maimonides hatten es leicht mit ihrer Allegorisierung und Rationalisierung von Erzählungen,, die doch nun einmal als Fakta berichtet werden, die Bibelkritik hat es leicht mit ihren Quellenscheidungen, ihren Einordnungen, des grössten Teils des Pentateuch in religionsgeschichtlich primitive Stufen (freilich nur vermeintlich leicht, denn sie verstrickt sich dabei in eine Fülle anderer Schwierigkeiten). Uns aber, deren Religion mit der Annahme, dass hier ein geschlossen einheitliches Ganzes vorliegt ״gegeben von einem Hirten״, steht; und fällt, uns treibt das Verlangen, hinter den Schleier zu sehen, damit alle Fragen sich auf einmal lösen. Was ists mit dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, mit der Geschichte von der Schlange, mit dem Wechsel der Gottesnamen, und den נפילים, den בני א׳, den אנשי שם Gen. 6,4, dem Turmbau zu Babel, den Anthropomorphismen, die doch nicht immer und immer nur Umschreibungen sein können, die sich steigern bis zu dem ויראו את אל׳ ישראל Ex. 24,10, dem Kampf Jakobs mit der göttlichen Erscheinung, den Künsten der ägyptischen Zeichendeuter, dem Strafgericht, das Gott an den ägyptischen Göttern vollführt, der Annahme real existierenden Götter, wenn es heisst, dass Gott grösser ist als alle Götter Ex. 18,11; den Schwierigkeiten einzelner Stellen, wie der Plural Gen. 1,26 נעשה אדם wir wollen

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