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Jeschurun · 1926-11-01 · Heft 11-12 (November 1926) · p. Seite 536

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 11-12 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 536 (sequence 12)
Language
German
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536 Die religiöse Tat reit zurück und spielte sich auf so engem Gelände ah, darss e kaum sichtbar ־wurde. Er ist in diesen Individuen nämlich bereits in frühester Jugend gekämpft und — siegreich zu Ende gekämpft worden; und zwar in konzentrierter, deshalb aber nicht weniger schwerer Form. Es kann tatsächlich im jugendlichen Menschen von vorne herein die in ihm naturhaft wirkende Auflehnung gegen jede Autorität niedergekämpft werden, so dass er dadurch befähigt wird, in seinem Leben (mehr oder weniger) kampflos die Forderungen eines heteronomen Gesetzes zu erfüllen. 19. Weil ״der Trieb des Menschen böse ist von Jugend an“, ist es des Menschen Aufgabe, auf ihn einen solchen Einfluss zu gewinnen, dg^s er ihn jederzeit nach seinem Willen zum Guten wirken lassen kann. Während das Christentum der »Abtötung des Fleisches“ das Wort redet, damit das geistig-religiöse, das Gute im Menschen wirken könne, hält das Judentum es für geboten, den Trieb des Bösen zu einem Trieb des Guten zn erziehen. Die Erfahrungen des praktischen Lebens geben der Auffassung des Judentums recht. Die Triebe des Bösen abzutöten, ist unmöglich, wenn der Mensch gesund an Körper, Geist und Seele erhalten bleiben soll. Und wenn es wirklich gelingen sollte, das Triebleben in einem seiner Teile — in widematürlieher Weise — völlig niederzuringen, so bricht es mit umso grösserer Gewalt nach der anderen Seite hin aus. Aber die Triebe des Menschenin Stärke und Richtung ihres Wirkens zu disziplinieren, das lässt sich mit der Natur des Menschen nicht nur in Einklang bringen, sondern ist ihr in jeder Beziehung förderlich. Auch die moderne Pädagogik verbietet, natürliche Anlagen des Kindes mit Gewalt niederzuringen, zu zerstören, sondern lehrt, sie in erlaubten Bahnen wirken zu lassen. Statt vieler Beispiele eines: dem Tätigkeitstrieb, oder noch spezieller, der

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