Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 530 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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$30 Die religiöse Tat Aus diesem Gedänkengang ergibt sich auch die Hauptrichtung für die Wege, die das jüdische Gesetz zur Erziehung des Menschen einschlägt. Sie lässt sich ungefähr mit folgenden Worten skizzieren: Es gibt nichts, was im menschlichen Leben existieren kann, ohne dass es sich mit dem Materiellen im Menschen (mit positivem oder negativem Erfolge) auseinander gesetzt hat. Er fühlt, dass diese Materie in ihm in Form von unzähligen Trieben wirkt. Er fühlt auch, dass mit ihr im Kampfe das Geistige, die Seele liegt, indem sie mit geheimnisvoller Kraft als innere Stimme den Menschen immer von neuem an eine höhere Lebensbestimmung mahnt. Die materielle Welt gänzlich verneinen Messe sein Leibliches verleugnen; dgn Kräften der Erde verfallen Messe Verrat an der Geistigkeit, die der Mensch als sein edelstes Organ empfindet. Wie gelingt es nun, diesen Zwiespalt im Menschen zu tilgen? Der Mensch bejahe die irdische Welt, um sie zu Bausteinen zu machen für die Welt des Geistes. Er wird so שותף של הקב״ה ,,Mitschöpfer am Schöpfungswerk Gottes“. Der Mensch vermag aus eigener Kraft heraus die Wege zu dieser Kräfteharmonie Mcht zu finden. Denn er kennt vielleicht die ungefähre Richtung, die ihm ein tastendes Suchen ermöglicht, Mcht aber das genaue Ziel, das angestrebt werden muss. Nur Gott, der Geist ist, weiss, wie die Welt Geist wird. Daher ist dem Menschen ein göttliches Gesetz gegeben, das ihm die Wege weist; seine Führung verhindert ein Abirren, das die Rückkehr auf den rechten Weg fast immer unmöglich, machen würde.