Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 528 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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528 Die religiöse Tat Nicht Lficke im Leben, nein Vollendung seines Fahrer-, Lehrertums bedeutet es, dass er auf Nebos Höhe stirbt. Sterbend, am Bande der Wüste, offenbart er seinem Volke: der von Gott geführte und seinem Worte ergebene menschliche Wille, kurz: der Wille zum Glauben, der Wille zu Gott — nicht die gegen Gott sich auflehnende Tat — unterwirft dem Menschen die Erde, indem er neuschöpfend ihr Leben gibt. An den Wassern des Hadems hätte Mose zu zeigen gehabt, dass der Wille zum Gehorsam durch Menschenwort Wüstenfelsen zu spalten, Wasserquellen zu erschliessen vermag. Heute, am 7. Adar steht er auf Bergeshöhe und — meistert mit seinem heiligen Willen ein ganzes Land. Er zieht als Sieger ein in das Land der sieben Nationen, — nach Kampf, nicht mit dem äusseren Glaubensfeind, nein, mit dem Feind des Glaubens an 5die Geistigkeit der Materie, mit dem Feind in ihm selbst. Mag auch sein Körper lebensschwach sein, — sein Auge, sein Blick, sein G e i 81 ist jugendlich leuchtend. Er schweift hin über die heiligen Ebenen... bis zu den fernen, fernsten Bergen; er nimmt geistig vom Lande Besitz, «0 wie es die Väter seines Volkes durch den Glauben in Besitz genommen haben. 14. Erez Israel scheint nur Materie zu sein; in Wahrheit ist• es ein Land der Seele. Sterbend suchte Mose nach Gottes ✓ Geheiss dieses Land mit seiner Seele und nahm es in Besitz, ohne es mit materieller Kraft betreten zu haben. Das Land zieht ein in seine Seele; er zieht ein in die Seele des Landes und besitzt es für ewig. Er atmet seinen Lebensodem und überwindet seine eigene Materie, um ewig zu leben. Die Seele des Landes, von materieller Bindung befreit, begegnet sich mit der Seele des Menschen, der losgelöst von den Fesseln der Erde zu Gott einzieht. Er nimmt das Land hin, so wie es Gott gibt; daher besitzt er es in Wahrheit. Nur der besitzt ein Kleinod, der sein