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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 517

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 517 (sequence 73)
Language
German
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Der Stern der Erlösung 517 ewig bestehen. Da stösst man sich an solchen Wendungen, sie treten als Unformen aus dem Gesamtgeist des Buches heraus. Dafür entschädigt uns Rosenzweig aber durch viele geradezu überraschend schöne Neuauffassungen und Erklärungen, so seine Deutung des Kiddusch, der Thoravorlesung, des Gebets überhaupt, oder der Zusammenhänge der Festeszeiten mit ihren Prophetenabschnitten, wie auch im zweiten Teile die Behandlung des Schöpfungsberichtes, des hohen Liedes und der Psalmen kaum überboten werden können. Und was er über fremde Religion, über den modernen Menschen, die philosophischen Glaubensbekenntnisse sagt, erfüllt den Leser mit dem beglückenden Gefühl, dass doch alle ietzlich Diener am Werke Gottes sind, des grossen Allerzeugers, der den Toren und den Gottlosen in seinen Dienst nimmt, dass alle mithelfen an der Erlösung der Welt, an der Schaffung des Gottesreichs der Zukunft. Rosenzweig schliesst sein Buch mit den Worten: ״Gott, der der Letzte ist und der Erste, er schloss mir die Pforten des Heiligtums auf, das in der innersten Mitte erbaut ist. Er liess Sich schauen. Er führte mich an jene Grenze des Lebens, wo die Schau verstattet ist, denn kein Mensch bleibt am Leben, der Ihn schaut. So musste jenes Heiligtum, darin Er mir sich zu schauen verstattete, in der Welt selber ein Stück Ueberweit, ein Leben jenseits des Lebens sein. Aber was Er mir in diesem Jenseits des Lebens zu schauen gab, das ist — nichts anderes als was ich schon in der Mitte des Lebens vernehmen durfte: nur dass ich es schaue, nicht mehr bloss höre, das ist der Unterschied. Denn die Schau auf der Höhe der erlösten Ueberweit zeigt mir nichts anderes, als was mich schon das Wort der Offenbarung mitten im Leben hiess; und im Lichte des göttlichen Antlitzes zu wTandeln, wird nur dem, der den Worten des göttlichen Mundes folgt. Denn — ״er hat dir gesagt, 0 Mensch, was gut ist und was verlangt der Ewige dein Gott von dir, als Recht tun und von Herzen gut sein und einfältig1) w׳andeln mit deinem Gott.“ הצנע hier im Sinne von keusch, schlicht, daher einfältig.

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