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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 514

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 514 (sequence 70)
Language
German
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514 Der Stern der Erlösung Schöpfer und liebenden Offenbarer in zwei Wesen sich spalten lassen, um ihn erst am Ende wieder als Erlösungsgott in eins sich einen zu lassen. Es hat im Katholizismus versucht, angesichts des Zwiespalts in Mensch und Welt durch die Kirche der Liebe die religiöse Durchgestaltung des Staates und durch das Ideal des ״Heiligen“ den Heidenmenschen und die ״natürlichen“ Staatenbildungen zu überwinden, während die byzantinische Prunkkirche und der Protestantismus, die seelenlose Welt des nationalen Staates sich selbst und ihren immanenten Gesetzen überlassend, die Pauluskirche des Glaubens ohne alle Werke gestiftet haben, dieser im Glauben alle Einzelnen zu Trägern der Offenbarung beseelend, jene den Priester im himmlischen Gewände, den vergöttlichten Menschen als den Vertreter der Ueberweit den Laien gegenüberstellend. Auch in Israel werden diese Gegensätze gefühlt, aber im. Gefühl überwunden: zwischen Midath Hadin und Midath Harachamim, zwischen Gottes Grösse und seiner Herablassung, zwischen dem Profanen und Heiligen, der Welt vor der Brocho und nach ihr, zwischen Israel, dem sündigen, und dem messianischen ״Rest“, zwischen der wirklichen und der erlösten zukünftigen Welt. Diese Gegensätze: im jüdischen Herzen sind sie still geworden. Vor allem durch das jüdische Gesetz, durch die Thora wird der furchtbare Dualismus des Lebens, seine Zwiespältigkeit und Disharmonie bis zur Unmerklichkeit überbrückt. Ja, noch mehr, nicht nur die verschiedenen Seiten des göttlichen Wesens sind in der jüdischen Seele nicht mehr als getrennt empfunden, nicht nur dass Gotteslehre und Welttat im Menschen keine zwei Gegenpole sind und zwischen Staat und Kirche wir den Trennungsstrich nimmer vollziehen, sogar den Gegensatz der Elemente selbst, die Teilung des Alls überwindet der jüdische Gedanke. Zwischen Gott, Welt und dem Menschen vermittelt der Begriff der Schechina, die in allen Dingen ruht, unter Israel und den Frommen der Völker wohnt; Schöpfung und Offenbarung, werden durch die Lehre von der ״geheimen“ Schöpfung, der Maasse Merkaba eins, jene Lehre, dass die Schöpfung überall insgeheim die Offenbarung enthält,.

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