Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 513

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 513 (sequence 69)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293048--08613-2301895
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Stern der Erlösung 518 barer, endlich als Erlösergott; der Mensch: einmal der reale, sinnlich bedürftige, ein Stück der Schöpfung; dann als Gefass der Offenbarung, als gottgeweckte Seele, als Träger des Glaubens, Priester und Prophet; endlich als Werkzeug der Erlösung, als reiner Tatenmensch, der der Welt zu stets neuer Liebestat uud Weltverbesserung gehört, der Heilige; drittens die Welt, zunächst als rein kreatürliche, wo Gott sich ״bescheiden hinter ewigen Gesetzen verbirgt“, als profan, unheilig, als Machtstaat; dann die Welt als Stätte der Offenbarung, als Gemeinschaft der Gläubigen, als Kirche; und zuletzt die Welt als Stätte der verwirklichten und zu verwirklichenden Liebestat, als Rechts- und Kirchenstaat. An diesen neun Gestaltungen scheiden sich die Geister; es sind die Masstäbe, an denen wir alle die Wege und Versuche, beschaulich oder tätig sich in der Welt zurechtzufinden, beurteilen können. Denn jeder will das ״Reich“ herbeiführen, will die letzte, rechte Gestaltung der Erde. Da sind zuerst die ״Heiden der Schöpfung“, die Freimaurer und Freidenker, die nicht über den Weg der Offenbarung zur Erlösung zu kommen, keine ״Beschleunigung des Endes“ herbeizuführen für möglich halten, die an ihr ״Schicksal“, an das ihnen von der Schöpfung her von der Welt mitgegebene und für die Welt bestimmte Eigene glauben, die Freiheit, Gleichheit undJBrüderlichkeit, die ״Herzworte der Offenbarung, zu Schlagworten der Zeit“ umgeprägt haben, die nur das eigene Werk, die eigene Bestimmung an der Stelle der Welt, wo sie ״zufällig“ stehen, kennen und anerkennen und vollenden. Da sind die Revolutionäre uud Schwärmer, die ״Tyrannen des Himmelreiches“, die das langsame Wachstum der Welt überspringen, ihre Liebestat nicht dem Nächsten, sondern der in ״Erleuchtung“ erschauten weiteren Zukunft sehenken wollen und sie daher, weil sie zu früh kommt, ins Leere fruchtlos vergehen lassen. Da sind ihre Antipoden, die Sünder, die die Erlösung aufhalten, weil sie den Stand des Reichs nicht erkennen, die zu spät kommen und wie aus einer früheren Stufe heraus handeln. Da ist das Christentum mit seinen mannigfachen Richtungen und Ausgestaltungen. Es hat Gott den allmächtigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.