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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 509

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 509 (sequence 65)
Language
German
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Der Stern der Erlösung 509 nützes und zweckloses, wo alles, alles zum Leben, zum Dienste Gottes erschlossen ist, wo das universale Hallelujah ertönt, wo Blitz und Sabbatlicht, Himmel und Erde, Sterne und Könige, die Stoffe und Kräfte Gott dienend loben, erst die ״Erlösung״ zeigt das Wesen der Welt offenbar. Diese Erlösung, wer vollzieht sie? Der durch die Offenbarung, durch die göttliche Liebe, zur Seele, zur Nächstenliebe, zum Dienst an der Welt erweckte Mensch. Solange das ״Selbst״ des Menschen sich nur in ״Demut״ Gott öffnet, nur den Trotz überwunden hat, aber nicht auch sein Eigensein bricht zur Liebe des Nächsten, trägt es für die Welt noch immer eine ״Tarnkappe“, ist es der ״hochmütige Mystiker“, der die Welt behandelt als wäre sie nicht da, als wäre Gottes Schöpfung das Werk des Teufels. Das ist die schwere ״Schuld des Mystikers“. Aber wenn der Mensch zu Gott spricht, wer gäbe, dass du mein Bruder wärst, und ihm darauf die Antwort wird: liebe den Menschen, Gottes Ebenbild, liebe den Andren, der ist wie du, in der Aehnlichkeit Gottes geschaffen, wenn er also Werkzeug der Erlösung geworden, so wird ihm die höchste Bestimmung zuteil: er macht dadurch Gott, den Schöpfer und Offenbarer, auch als Erlöser kund. Jetzt ist alles Geheimnis verschwunden: Welt, Mensch und Gott ganz offenbar geworden. Der Weltenprozess ist vollendet. Die Schöpfung war: der Weltmorgen; die Offenbarung, die ״Geburt der Seele“ : der Weltmittag; die Erlösung, die ״ewige Zukunft des Reichs“: der letzte Glockenschlag an der Uhr des geschichtlichen Weltenablaufs. Wie begleitet das Bibelwort diesen Zeitablauf? Die Schöpfung, wo Gott den immerwährenden Grund der Dinge legt, erfolgt unter dem Zeichen des Er und Es, des Sachlichen, Unpersönlichen, des Perfektums, des Vergangenen; Er, Elokim, schuf dies und das, lauter Dinge; nur einmal bedeutsam, unter dem Zeichen des Pluralis majestatis im ״Wir wollen einen Menschen schaffen“. In der Offenbarung spricht ein Ich, ein göttliches Ich, und erweckt ein Du in der Seele des Menschen; hier erst erhält jedes Ding Namen: Wesen, Beruf und Auf-

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