Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 508 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Der Stern der Erlösung werden. Jetzt ״reisst der Gedanke der Schöpfung sie aus ihrer elementarer Verschlossenheit in den Strom des Alls hinein0. Am Weltenmorgen der Schöpfung erhält die Welt nicht ihr Sein, sondern ihr — Dasein, ihr Schon־da־sein, das fortwährend neu werden muss, um sich zu erhalten. Dasein ist nicht Sein. Sein ist unbedingtes, allgemeines, gleichbleibendes Sein. Nur Dasein gibt ihr die Schöpfung. Der Schöpfer aber muss קונה שמים וארץ sein, Tag für Tag und Stunde für Stunde Himmel und Erde neu sich schaffend zu eigen machen. Durch ihr Dasein besitzt die Welt die Dinglichkeit, ihr Schongemachtsein, ihre Gegenständlichkeit, ihr Eingetansein in den Logos, ins unverbrüchliche Naturgesetz, das זזק ולא יעבור, in die Gesetzlichkeit der raumzeit« liehen Beziehungen. So ist die Welt als Erscheinung durch die Schöpfung fertig. Aber ihr Wesen ist noch nicht offenbar geworden, ihr dauerndes, ihr seiendes, ihr endgültiges. Dieses muss sich ergeben, wenn wir ihre zweite Ureigenschaft: ihre stets neu hervorbrechende Fülle des Besonderen, des Individuellen in Betracht ziehen, das nun als Dauerndes, Beständiges hervortreten muss. Dieses Individuelle und doch Dauernde, Bosenzweig nennt es — Leben! Zum Leben, zur Beseelung muss die Welt mit all ihrer Fülle, muss alles Einzelne, Kleinste, wie Grösste sich erschliessen; alles in ihr kann erst Sinn und Wesen erhalten, wenn es zu einem höheren Dasein, zu einem Sein der Ewigkeit, zum Leben umgeschaffen wird. So herrlich die Welt auch uns erscheint, erst wenn sie aus ihrem Zauberbann befreit, sich Gott und dem Menschen zur Gestaltung öffnet, erst wenn sie das Beich Gottes und der Menschen geworden ist, hat sie ein Sein, ein endgültiges, ein dauerndes gewonnen. Das Werden der Welt ist nicht wie der Prozess in Gott und dem Menschen von icnen nach aussen, sondern die Welt ist von Anfang an ganz offenbar, aber ganz unwesenhaft, sie ist geheimnisvoll am lichten Tag. ״Alles Empirische ist nur halb wirklich״. Erst am ״Ende“ wird ihr W esen offenbar. ״Sie ist jeder Zoll ein Kommendes“. Erst das Beich, die erlöste Welt, in der kein Weinen und keine Not, kein un-