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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 489

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 489 (sequence 45)
Language
German
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Die Bibel als Quelle usw. 489 Ursinn und Grund des rrnn-Verbots ist — ob es eiDem damals herrschenden heidnischen Opferritus entgegentreten sollte, ob ein Humanitätsgedanke (von den Weisen im Talmud im allgemeinen bestritten) oder der Heiligkeitscharakter des jüdischen Volkes (so Hoffmann) dem Gesetze zu Grunde liegt, ob damit die strenge Sonderung des vegetativen vom animalischen Reiche symbolisiert werden soll (so Hirsch) — dies unwiderleglich und bis zur restlosen Klarheit zu erweisen wird menschlicher Exegese wohl kaum je gelingen. Am wenigsten aber wird hier blosse Hypothesenschmiederei Klarheit und Wahrheit schaffen. Doch genug der negativen Kritik! Wir kommen zum Schluss zusammenfassend zur Frage: Welchen Erkenntniswert können wir der Folkloristik bei der Erforschung und dem Verständnis der Bibel und bei der Motivierung biblischer Satzungen zuerkennen? Die Antwort wird wohl nach den vorausgegangenen Untersuchungen nur lauten können: Als ethnologisches Hilfsmittel ist ihr Wert ein bedeutender, doch als Mittel zur erkenntnismässigen Begründung biblischer Gesetze ein sehr beschränkter. Soweit sie sich descriptiv-registrierend verhält und uns die Gleichartigkeit einzelner religiöser Erscheinungs- und Kultformen aufzeigt, kann sie uns Traditionstreuen ein willkommener Bundesgenosse sein; jedoch dort wo sie Ideengeschichte wird, wo sie ״erklären“ will und geistige Zusammenhänge konstruiert, da muss sie einer scharfen Zensur unterzogen werden. Soweit es sich daher um das Patriarchen- Zeitalter in der Bibel mit seinem mehr erzählenden Charakter handelt, um die Veranschaulichung der Lebensgewohnheiten, Sitten und Verhältnisse unsrer Vorväter, da kann die Folkloristik schätzbare Dienste leisten. (So konnten wir Völkerverwandtes entdecken über die Schöpfungsgeschichte, die Siotflut-Ueberlieferungen, den babylonischen Turmbau, die Mazebot und Traumdeutung usw.). Es versagt jedoch die Folkloristik und überschreitet n. u. A. leicht ihre Kompetenzen, dort wo sie zur Aufhellung und Motivierung des gesetzlichen Teiles in der Bibel

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