Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 475 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bibel als Quelle usw. 475 die Steine werden als wundertätig, zeugungskräftig, heilkraftenthaltend angesehen und von Priestern bedient (s. Näheres bei Chantepie de la Saussaye, 1. c., I p. 33). Interessant ist auch zu lesen, dass die Sitte, für eine Frau eine bestimmte Reihe von Jahren beim Schwiegervater Dienste zu tun, wie Jakob bei Laban, sich auch bei gewissen Völkern Indiens, in Borneo, Sumatra, Celebes, den Philippinen, bei den Eskimos und anderswo noch heute findet. Ebenso findet die bei Laban geübte Sitte, die Töchter nur nach ihrer Altersreihe und die jüngere nicht vor der älteren zu verheiraten, bei Völkern alten und neuern Datums ihre Parallele. Solche gemeinsamen Züge sind für uns ein lehrreicher Beleg dafür, dass die Figuren der Patriarchengeschichte und ihre Schicksale keine blossen phantastischen, mythologischen Gebilde sind (wie manche unter den neuesten Kritikern zu behaupten belieben), sondern lebensechte, aus dem Volksleben geschöpfte Charakterzüge tragen. Ebenso lehrreich zu hören, welche bedeutsame Rolle die Liebesäpfel (דודאים) der Rahel und Lea (Genes. 30,14) auch bei andern Völkern (Mandragora) spielen (Frazer, 1. c., II 372 f.). Die Tatsache, dass Jakob auf Wunsch der Eltern seine Kusine von Mutters Seite, die Tochter des Bruders der Mutter, (Frazer nennt eine solche cross-cousin), und nicht die Kusine von Vaters Seite heiratet (ortho-cousin, d. h. zwei Kinder zweier Brüder heiraten sich), gibt Frazer Anlass zu einer weitläufigen Untersuchung, warum Bruderkinder sich nicht heiraten sollen, dagegen Kinder von Bruder und Schwester wohl. Die Einzelheiten der Begründung können wir hier übergehen. Immerhin kann aus dem Fall unsrer Bibel bei Jakob die Schädlichkeit oder Unzulässigkeit einer Ehe zwischen direkten Geschwisterkindern von zwei Brüdern oder zwei Schwestern nicht eben erweislich gemacht werden, da Isaak keinen Bruder, oder wenigstens keinen, den er als legitim anerkannte, besass, an dessen Tochter er seinen Sohn hätte verheiraten sollen. Wesentlich erhöhte Bedeutung und Beachtung verdienen die von Frazer in diesem Zusammenhang gebrachten Erwägungen über die Levirats -(Schwager)- ehe (יבום) und deren