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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 470 (sequence 26)
Language
German
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470 Reform, eine historische Perspektive er ihm die Idee des Mussar als Leitmotiv des Lebens aufgezeigt hätte 61). Jenes Wort der Weisen, dass der Richter stets Schwert und Hölle vor sich zu sehen habe (סנהדרין ז׳), wendet R. Israel in verändertem Masse auf jeden Juden an: Richterliches Verantwortungsgefühl bietet allein die Gewähr für ein g’ttbewusstes Leben62). Der Weg, dies beherrschende Bewusstsein in steigendem Masse zu erringen, führt allein durch eifriges Thorastudium im steten Hinblick darauf, dass sein Zweck nur darin besteht, weise zu werden; denn G’ttesfurcht ist der Weisheit Wurzel und Frucht, weise sei drum das Herz des Juden 63). Diese Erkenntnis zwang R. Israel, den hergebrachten Pilpul wieder in seine Rechte einzusetzen. ״Ich sah ein״, berichtet er selbst64), ״dass der Wunsch die Kraft meines Geistes zu zeigen, die Grenze der Wahrheit durchbrach und meinen Geist irreführte, die Wahrheit meinem Verständnis anzupassen. Da sprach ich: Es ist gut, sehr gut für mich, mir ohne Bedenken zu gestatten, den Pilpul anzuwenden, wie es unsere Weisen zur Schärfung des Verstandes gestattet, damit mein Geist frei werde.״ Diese Worte der Reform, die sich für das ״Lernen״ mehr auswirkten als für den Mussar offenbaren die hehre Geistesrichtung dieses R. Israel. R. Israel verzichtet auf den beherrschenden פשט, weil er zu ״subjektiv“ ist. Wahrheitssuchen in den Tiefen des eigenen Selbst kündigt sich hier als Grundzug der Mussarbewegung an. Nur einsam, gemeinschaft-entbunden reift ein Mussar- Charakter und deswegen dachte R. Israel nicht daran, eine Bewegung zu inszenieren. Bis er der Erkenntnis inne wurde (der auch R. Chajim in der Einleitung zu seinem נפש החיים Ausdruck gegeben), dass auch im Ethischen der Mensch nicht für sich allein geboren ist, sondern damit er auch anderen auf dem Wege, der zum Zion der Seele führt Helfer, werde. So siedelt er nach Wilna über, um als Talmudgrösse den Geist 65) Jeschurun VII, S. 597.; S. 110 יצחק בלאזער. אור ישראל. ווילנא תר״ס.. Ueber R. Sundei S. 122 f. אור ישראל. 6אור ישראל (צ S. 110. 6*) שם. 64 j Nach אור ישראל S. 111.

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