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Jeschurun · 1926-09-01 · Heft 9-10 (September 1926) · p. Seite 463

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 9-10 (September 1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 463 (sequence 19)
Language
German
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Reform, eine historische Perspektive 463 versteht, Bindung, Bewegung der Gesamtheit, Geschichte — durch Worte! — Als Napoleon von Elba nach Frankreich kam, nur von Wenigen begleitet, und ihm ein Heer entgenzog, hinter dem die Autorität von ganz Europa stand, da trat der unscheinbare Flüchtling furchtlos den Soldaten gegenüber und blickte ihnen in die Augen. ״Vive l’empereur“! kam es aus allen Kehlen. Bonaparte wurde wieder Herrscher von Frankreich. Es ist etwas Unbegreifliches, Irrationales um die Persönlichkeit. Unsere Lehrer bestimmten, man habe Gott zu loben, sobald man der Grossen der Menschheit ansichtig wird . . . Weder R. Israel Baalschemtow 44J noch R. Dob, der Magid aus Meseritz, haben selbst in Schriften ihre Gedankenwelt niedergelegt. Erst Schüler haben das Reich dieser Gründer des Chassidismus für die Nachwelt festgehalten. Ein Zweites: Jeder, der vom Zadik ein Mehr von Ruhm berichtet, ihn zu erhöhen und zu preisen, dient damit seinem Gotte45). Dadurch sind die Grenzen historischer Betrachtung für die Tatsachen des Chassidismus noch enger gezogen als es ohnedies bei jeder mystischen Gemeinschaft geschieht. Nicht so für seinen GeistesgehaLt. Und hier zeigt sich in aller Mannigfaltigkeit Einheitliches. Wenn der Beseht die Liebe zu Gott als Anfang und Ende des Gottesdienstes bezeichnete, so hat der Magid nicht im Gegensatz zu ihm der Gottesfurcht den Vorrang gegeben. ״Wo es sich um die Liebe zu Gott oder die Furcht vor ihm handelt, da können sie wohl beieinander bestehen“ 46). Der Berditschewer R. Levi Izchok, als Talmudist ebenso gross wie als Führer des Chassidismus, hat hierin Aehnliches gesagt: ״Wer aus Gottesfurcht Jude ist, achtet sich selbst als ein 44) Vgl. zu diesem Abschnitt: S. A. Horodetzky, החסידות והחסידים. Die höchst einseitige Stellungnahme des Verfassers für den Chassidismus setzt den Wert dieses Werkes ebenso herab wie die konstruiert-historische Begrenzung des ״Rabbinismus״, insbesondere in der Einleitung. — ספר שבחי הבעש״ט, בקאפוסט; neu herausgeg. v. Horodetzky ברלין/ התרפ*ב. 45) החסידות ספ* א, עמוד נ״ב, vgl. auch das diesbezügliche Gebet des R. Nachman Bratzlaw, מבוא עמוד י*ז שבחי תרפ׳־־ב. 46) החסידות א/ צ״ד.

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