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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 443

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 443 (sequence 111)
Language
German
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B ü cb erbesprechungen 443 der übernatürlichen Offenbarung verschliesse D. die Möglichkeit der vielfach nächstliegenden Erklärung der heiligen Schrift. Besonders gelungen erscheint uns Th.’s Widerlegung des evolutioDistischen religionsgeschichtlichen Schemas. Jedoch finden wir einen überzeugenden Nachweis aus dem 1. Buche Moses ״über die allen Semitenstämmen gemeinsame religiöse Urzeit nicht erbracht- Wenn Abraham sich von Malki-Zedek segnen lässt, so ist das kein Nachweis für eine Kultgemeinschaft der beiden, ebensowenig wie wir etwa behaupten können, dass Pharao mit Jakob Kultgemeinschaft einging, als er sich von ihm segnen liess. Was nun die Identifizierung des ״El Eljon“ mit ״El Schaddaj“ betrifft, so mag diese vielleicht zu Recht bestehen, jedenfalls ist die Malki-Zedekfigur uns viel zu problematisch, um als Krönzeuge für die angenommene ״gemeinsame religiöse Urzeit aller Semitenstämme dienen zn können.“ (Zu Malki-Zedek, vgl. Jahrgang 70, Nr. 3/4 Monatsschrift GL W. J. die Studie von Aptowitzer.) Wir glauben, dass gerade dies Abrahams Grösse ausmacht, dass er in der Zeit des polytheistischen Heidentums zuerst einen reinen Monotheismus gefunden hat. Dagegen ist Bileam, der sich der gttlichen Macht nicht zu entziehen vermag, in dem vom Verfasser herangezogenen Sinne zu werten. Die neue Ethnologie ״erweise gerade die Umkehrung der Wellhaasen’sehen religions ״ geschichtlichen Konstruktion.“ Sehr gut ist die Begründung der ״Bildfeindlichkeit“ Israels aus seinem monotheistischen Gepräge und der Hinweis, dass nur aus der Reinheit und Geistigkeit der israelitischen Gttesidee, nicht aber aus Verachtung des Weibes, wie nach D., ״bei den Hebräern der Gedanke an eine weibliche Gttheit nicht kommen konnte.“ Nach jüd. Tradition sind weder der Edomiter Doeg, noch der ״Hethiter“, Uria als Nicht israeliten zu bezeichnen, da sie, wie dies so häufig in der heiligen Schrift geschieht, nur nach ihren Wohnsitzen so bezeichnet werden. Sie wären demnach beide im angeführten Zusammenhänge nicht heranzuziehen. Sehr wacker kämpft Th. für das so viel umstrittene Deuteronomium. Ein ״argumentum e silentio“ gegen den biblischen Ursprung des Priestercodex aus der Tatsache zu konstruieren, dass die Bücher Josua, Richter und Samuel die pentateuchischen Gesetze nicht erwähnten, sei infolge der besonderen Art der letzteren Bücher nicht angebracht. Der Abschnitt, in dem der Verf. auf D.’s Behandlung des gttlichen Namens eingeht, offenbart sehr viel Gelehrsamkeit. Warum aber der sonst so vornehm denkende Verf, die jüdische, ehrfürchtige Scheu vor der Aussprache des ״unaussprechlichen“ Namens wiederholt ״eine Schrulle“ nennt, ist aus rein wissenschaftlichem Interesse an dessen Erforschung wohl kaum zu erklären. Es dürfte doch dem Verf. durchaus nicht fremd sein, dass diese ״Aussprache“ nicht ״mit der Zeit aufhörte“, sondern niemals allgemein üblich war und lediglich zur heiligsten Opferhandlung am Versöhnungstage gehörte es, dass das Volk in Schauern und Erbeben den ״ehrwürdigen und erhabenen Namen aus des Hohe- Priesters“ Munde vernahm. Ein Mann wie Goethe scheint diesen jüdischen Brauch geachtet zu haben, wenn er vom ״nie Entsprossnen, Unausgesprochen,

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