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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 444 (sequence 112)
Language
German
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444 Bücherbesprechungen durch alle Himmel Gegossnen“ spricht. — Mit besonderer Liebe nimmt sich Th. auch der Psalmen an und sucht deren Authentizität gegen D. n&chzuweisen. Sein Glaube an die heilbringende erbauende Kraft der Psalmen könnte manchen Sohn des Volkes, das der Welt eben diese Psalmen geschenkt, beschämen. Wir schliessen diese Ausführung mit einem Zitat aas dem SchlusakapiteL ״Aber dennoch darf diese (sc. die Judenfrage) nie anders, als nach den Gesetzen der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe und ohne Lästerung der Offenbarung des alten Bundes behandelt werden“. J. Samuel. I. Zoller: Sinaischrift und Griechisch-Lateinisches Alp h a b e t. Ursprung und Ideologie dargestellt, Trieste 1925. Zollers Arbeit ist der Feststellung eines logischen Grundprinzips gewidmet, nach dem das semitische Alphabet ursprÜD glich an geordnet sein könnte. Derartige Versuche sind von vielen Forschern gemacht worden. Da man aber immer, um alle Buchstabennamen in den passenden Zusammenhang briDgen zu können, einzelne dieser Namen recht gewaltsam auslegen muss, so handelt es sich wohl um ein wenig acssichtsreiches Unternehmen. Die Bedeutung der meisten Buchstabennamen ist gar nicht ohne weiteres zu verstehen, weshalb man sie, je nach Bedarf, von ganz verschiedenen semitischen Wortstämmen ableiten kann. Die oft stark auseinandergehenden Herleitungen der verschiedenen Erklärer zeigen deutlich, wie schwierig diese Aufgabe ist, und wie sehr man sich davor hüten muss, sich von seiner Phantasie zur Erkenntnis eines solchen Grundprinzips verleiten zu lassen. Zoller übernimmt im Wesentlichen die Gruppeneinteilung, die Hubert Grimme in seinem Buche: ״Althebräische Inschriften vom Sinai“ aufgestellt hat, doch geht er über Grimme noch hinaus, indem er in den drei Gruppen auch nur Teile eines Ganzen sieht, das er ״ein einheitliches logisches Prinzip der Liebe in kosmographisch-anthropogoner Auffassung“ nennt, und das er durch eine psychoanalytische Methode findet, wenn er auch darauf hin weist, dass er von Freudschen Theorien unabhängig gearbeitet hat. Das Buch, das von grosser Belesenheit zeugt, wirkt trotz der Bezugnähme auf zahlreiche Orientalisten und Ethnologen — der Verfasser ist nicht selbst Fachmann, sondern schöpft hauptsächlich aus zweiter Quelle — doch kaum überzeugend. Ganz abgesehen davon, dass das über die Unsicherheit solcher Herleitungen im allgemeinen Gesagte hier in besonders starkem Masse gilt, so ist das aufgestellte ״Grundprinzip der Liebe“ viel zu gesucht und kompliziert, als dass es den Eindruck eines ״einheitlichen logischen Prinzips“ machen könnte, nicht zu reden davon, dass es eine eigentümliche Annahme ist, dass den Semiten bei Benennung der Alphabetszeichen nur Begriffe aus dem Geschlechtsleben vorgeschwebt haben sollten. H. L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohljemuth, Berlin Druck von H. ltzkowski, Berlin N 24, Aujjuststr. 69

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