Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 425 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
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* Wahrheit und Frieden 425• Bohnen. Verlangte er Bohnen, brachte sie Linsen. Als sein Sohn Chija gross wurde, drehte dieser den ihm vom Vater erteilten Auftrag um. (Wünschte der Vater Linsen, so bestellte er der Mutter, dass der Vater Bohnen wolle.) Da sagte der Vater: Deine Mutter ist besser geworden als sie früher war. Der Sohn antwortete: Ich habe deinen Auftrag umgedreht.. Raw aber sagte; ״Das meint der Volksmund, wenn er sagt: Der von dir stammt, lehrt dich Weisheit. Und dennoch, du sollst es nicht tun, du könntest dich daran gewöhnen, wie es heisst 1 Sie lehren ihre Zunge Lügen reden1 ״). Und auch die Notlüge ist verpönt, sobald sie nicht von Bestimmungen der jüdischen Ethik gefordert wird. Raba erzählt:. ״Ursprünglich glaubte ich, es gäbe keine Wahrheit mehr in der Welt. Da sagte mir einer der Gelehrten namens R. Tawus, nach anderen R. Tawjumi, dass er sein Wort nicht brechen würde, und wenn man ihm alle Schätze der Welt gäbe. Und dieser Mann erzählte mir, dass er einmal jenen Ort, der קושטא, Wahrheit, heisst, besucht habe. Dort sprachen die Menschen nie die Unwahrheit, und dadurch starb niemals einer von ihnen vorzeitig. Er habe sich dort niedergelassen, eine Frau von dort geheiratet, die ihm zwei Söhne schenkte. Eines Tages habe seine Frau in der Stube gesessen, mit ihrer Haarfrisur beschäftigt, als eine Nachbarin sie besuchen wollte. Er glaubte, dass es nicht passend sei, den wahren Grund der Behinderung seiner Frau zu sagen und antwortete darum, dass seine Frau nicht zu Hause sei. Da seien seine beiden Söhne plötzlich gestorben«. Die Ortseinwohner bestürmten ihn erschrocken mit ihren Fragen, and er erzählte ihnen den Sachverhalt. Und sie sprachen zu ihm: Wir bitten dich: zieh fort von hier, dass du den Tod nicht auf uns ziehst2). Und nicht nur das Wort muss Wahrheit sein, reine, unverfälschte, dass man das einmal Gesagte nicht umdrehe, umdeuto oder ausdeute, auch Wort und Gesinnung muss eins sein. An die Tatsache, dass die heilige Lade, die Trägerin der Bundes- 1) Jeb. 63 a. 2) Sanh. 97 a.