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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 424 (sequence 92)
Language
German
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424 Wahrheit und Frieden Und niemand ist so gross, dass er nicht die Wahrheit bekennen muss und soll. ״Der die Wahrheit bekennt, wer ist das? Moses! Wie es heisst: Gtt sprach zu mir: Ich habe gehört die Stimme der Worte dieses Volkes, die sie zu Dir geredet; gut ist alles, was sie geredet! Und Gtt selber bekannte die Wahrheit, wie es heisst: Und der Ewige sprach zu Moses: Richtig sprechen Zlofchods Töchter1״). Wahrheit ist die höchste Forderung, und darum soll jedes gesprochene Wort unantastbar, heilig, eine von Gtt selber gesiegelte Urkunde sein. Und wer lügt, dient Götzen, ja wer sein Wort nicht hält, wer es umbiegen, umdeuten will, gleicht dem, der Götzendienst treibt 2). Und die aus der Pflicht zur Wahrheit erwachsene, durch das Gebot ״vom Wort der Lüge sollst Du Dich fernhalten״ umschriebene Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit wird durch zahlreiche Vorschriften genau erläutert. Sie legt dem jüdischen Richter peinlichste Korrektheit ans Herz, sie formt strengste Vorschriften für das Verhalten gegenüber den Zeugen und den Parteien, ja, gegenüber dem als Mitrichter fungierenden Kollegen, sie warnt den Gläubiger vor unredlichen Machenschaften, durch die er leichter oder sicherer zu seinem Geld gelangen könnte 3). Und selbst Dinge, die an und für sich nicht unwahr sind, darf man nicht tun, wenn sie als eine Unwahrheit erscheinen דמחד 4כשקרא). Und so darf man auch dem Kinde gegenüber nicht anders als in strengster Wahrhaftigkeit verfahren. Soll eines Mannes Wort ein Manneswort sein, dann muss schon das Kind den Ernst der Wahrheit kennen. Die diesbezügliche Lehre des Rabbi Seira lautet: Man soll dem Kinde nicht versprechen ihm etwas zu geben, und dies Versprechen dann nicht halten. Das Kind kommt dadurch dazu, sich an die Lüge zu gewöhnen6). Charakteristisch ist auch eine Geschichte, die uns in dieser Beziehung erzählt wird: ״Raw wurde von seiner Frau sehr ge- ^uält. Wenn er zu ihr sagte, koche mir Linsen, kochte sie ihm ף Ab. de R. N. 84 2) B. B. 92a. 3) Scheb. 80 bf.. ף B. B. *2 a. ף Sukka 46 b.

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