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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 420 (sequence 88)
Language
German
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420 Nachbemerkungen des Herausgebers hältnissen und den ungeahnt sich bietenden Möglichkeiten eine überragende Bedeutung tür das Leben jedes einzelnen Juden gewinnen müsste, das Streben alle Kreise des Ostjudentums, auch diejenigen, die der Forderung des West- Judentums der Vereinigung von תורה עם דרך ארץ unversöhnlich gegenüberstehen, zu gemeinsamen Handeln, das doch eigentlich von gleichem Denken geleitet sein muss, zusammenzufassen, all das mussten Hinderungsgründe abgeben für ein innerliches sich Zusammenfinden der in der letzten und entscheidenden Frage ״Primat der Religion oder Primat der Nation“. Doch Einigen sind die Differenzen immerhin so schwerwiegend, zumal sie noch durch sehr wirksame Gefühlsmomente verstärkt werden, dass in absehbarer Zeit keinerlei Aussicht dafür vorhanden ist, dass eine der Richtungen sich als die allein herrschende hier durchsetzt. 4. Dass trotz dieser Differenzen, — die Hoffnung, dass die eine Richtung zu Gunsten der anderen auf ihre Prinzipien verzichtet, ist wie gesagt, für absehbare Zeit aussichtslos — ein Zusammenarbeiten ermöglicht wird, ist eine Lebensfrage des thoratreuen Judentums. Ueber die Wege im Einzelnen können wir uns hier nicht verbreiten. Unendlich viel wäre schon gewonnen, wenn die Resolution, die auf der Generalversammlung des traditionell־ge8etzestreuen Judentums unter warmer Zustimmung der Vertreter beider Richtungen angenommen wurde, mit eiserner Konsequenz befolgt würde. Die Presse in beiden Lagern müsste aufs energischste von den verantwortlichen Instanzen überwacht werden. Dort wo Tatsachen zu melden sind, mag es bei der schlichten Berichterstattung bleiben ohne die gehässigen Kommentare. Vor allen aber sollten beide Gruppen an das Wort denken: קשוט עצמך ואח״ב קשוט אחדים, das wir in dem Sinne nehmen: Sorge dafür, dass die positive Tätigkeit in deiner Organisation sich so reich und schön entfalte und solche Erfolge zeitige, dass sie ihr — natürlich immer im Geiste des thoratreuen Judentums — zur Zierde gereiche, dann kannst du mit der Kritik einsetzen. Aber es bleibt da so unendlich viel zu tun, dass es an Zeit und Lust zur Kritik und vor allem zu einer rein negativen Kritik gebricht. Wahrheit und Frieden1). Von Wolf S. Jacobson, Hamburg. Der Ausspruch Simons des Gerechten: ״Auf drei Dingen steht die Welt: תורה ועבודה לגמילות חסדים und der Lehrsatz des Rabbi Simon ben Gamliel: ״Drei Dinge erhalten die Welt: *) Am Todestage des Frankfurter רב, Rabbi Salomon Breuer זצ״ל, niedergeschrieben; im Andenken an sein, der Verbindung von Wahrheit und Frieden gewidmetes Leben. —

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