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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 419

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 419 (sequence 87)
Language
German
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Nachbemerkungen des Herausgebers 419 Ausführungen hier das letzte Wort gesprochen ist. Sie haben ja auch gelegentlich der Veröffentlichungen an anderer Stelle begründeten Widerspruch erfahren. Das freilich seheint mir ein bedeutsames Moment, dass eine halacbisehe Entscheidung, die konditionellen Charakter hat, von ihrer Kraft und Wucht viel verliert. 2. Man wird der Psyche des Anstrittlers nicht gerecht, wenn man an ihn bei seiner religiösen Einstellung die Forderung richtet, den Unterschied zwischen ihm und dem, der für das Verbleiben innerhalb der Gemeinde eintritt, als einen der blossen Taktik anzuerkennen. Die Loslösung von allen Banden, die ihn — sobald es sich nicht um Zugezogene handelt — mit der stolzen Geschichte der alten Gemeinde verbinden, der Verzicht auf oft sehr schwerwiegende materielle Vorteile, die Trennung von Familiengliedern und Freunden usw., das alles erfordert eine Selbstüberwindung und ein Ausmass von Opfern, die wahrlich nicht gebracht werden könnten, wenn es sich für ihn nur um taktische Aufgaben handelte und nicht vielmehr um religiöse Güter, die sein Seelenheil berühren. 3. Ob das Trennungsprinzip innerhalb der Gemeinde, nachdem das Austrittsgesetz seine Schuldigkeit getan, als überwunden gelten kann, ist noch eine grosse Frage. Auch die religiöse Entwicklungsgeschichte vollzieht sich in Wellenbewegungen. Wir sind jetzt in Folge mancher Umstände auf einem Wellenberg. Das Wellental wird uns nach allen Erfahrungen der Geschichte nicht erspart bleiben. Ob das thoratreue Judentum sich der Gefahr aussetzen darf, einer liberalen Mehrheit — und mit dieser werden wir im Galuth meiner rechnen müssen — schutzlos preisgegeben zu sein, nur auf die Unter- Stützung nationaler Elemente angewiesen, die znmeist zum thoratreuen Judentarn kein inneres Verhältnis haben, das will wohl bedacht sein. Doch das Trennungsprinzip hat ja zwangsläufig auf weit grössere Gebiete übergegriffen. So sehr in praxi die nationaljüdische Bewegung vielfach dem thoratrenen Judentum sich zu nähern sucht, so sehr bedeutet sie in ihrer Theorie durch die Eliminierung des Religiösen als konstituierenden Faktors des Judentums in ihren Grundprinzipien einen Abfall von der Lebens- und Weltanschauung des thor&treuen Judentums, wie ihn keine Sektenbildung und Reformbewegung jemals in der Geschichte des Judentums gezeitigt hat. Das ist so oft schon gesagt und auch in diesen Blätter so eindringlich und, wie mir scheint einleuchtend ausgeführt worden, dass sich jedes weitere Wort erübrigt. Diese Frage greift auch innerlich weit hinaus über die Frage des Austritts und der Gemeindepolitik, wie ja auch an der Gegnerschaft gegenüber der Ideologie des Zionismus weitere Kreise der thoratreuen Judentums teilgenommeu haben. Dass sich hier keine geschlossene Einheitsfront gebildet hat, lag an einer Verkettung vieler Umstände. Das natürliche Uebergewicht der Vorkämpfer des Austritts, die verschiedene Einstellung zur Kultur und Wissenschaft, zur Frage ob ישוב איין ישראל eine einzelne .מצוד, die wie in früheren Zeiten je nach Neigung zu erfüllen wäre oder ob sie unter den veränderten Ver-

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