Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 417 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Das TrennungspriDzip usw. 417 eiDmal die Behauptung aufgestellt worden, die Reform würde sich doch niemals mehr dem alten Judentum zuwenden, eine Wiedervereinigung könnte vielleicht לימות המשיח stattfinden. Von solchen Aeusserungen gilt das Wort אין אלו אלא דברי נביאות. Es hat eine Zeit gegeben, wo bei den Reformern jeder Gedanke an Jerusalem verpönt war. Wer hätte damals geglaubt, dass nach einigen Jahrzehnten sich die Stimmung so ändern würde, dass liberale Rabbiner Aufrufe für den Aufbau Palästinas unterschreiben? Wie die Entwicklung sich gestalten wird, das kann niemand von uns Voraussagen. Wir kommen nun zu der Frage der Zusammenarbeit der Thoratreuen. Die Grundlage dieser Zusammenarbeit ist die Anerkennung, dass jede der beiden einander entgegenstehenden Auffassungen halachisch und sachlich begründet werden kann, dass jeder לש״ש, zum Wohle des Judentums und zur Förderung der Thora arbeitet. Nur wenn diese gegenseitige Anerkennung vorhanden ist, ist ein gedeiliches Zusammenwirken möglich. Dann sind es eben Gegensätze innerhalb des traditionellen Judentums, wie sie es immer gegeben hat. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen ב״ש und ב״ה waren auch nicht gering; der Streit über צרת הבת ist wahrlich keine Kleinigkeit, er rührt an die Grundlagen des Eherechts, es handelt sich dabei um אסורי כרת. Und doch berührte dieser Streit nicht das persönliche Verhältnis, trotzdem herrschten Friede und Eintracht. ואע״ג שאלו מטהרין ואלו מטמאין אלו אוסרין ואלו מתירין לא נמנעו ב״ש מלישא נשים מב״ד. ולא ב״ה מב״ש. Oder um ein Beispiel anzuführen, das uns näher liegt. Der Kampf zwischen חסידים und מתנגדים hat sich zeitweise auch in Formen vollzogen, wie sie zwischen Anhängern der Thora nicht Vorkommen sollten. Aber nach und nach reifte doch die Erkenntnis, dass die Gegensätze gar nicht so tiefgehend seien, und heute gehört diese Feindschaft und dieser Hass einer grauen Vergangenheit an. So sollte auch heute bei aller Gegensätzlichkeit, trotz der unschönen Art, in der manchmal von beiden Seiten gekämpft worden ist, eine Versöhnung, sollte vor allem eine enge Zusammenarbeit in den orthodoxen Organisationen möglich sein. Voraussetzung ist