Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 403 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Trennungsprinzip usw. 40S Das Trennungsprinzip und die Zusammenarbeit der Gesetzestreuen. Von Rabbiner Dr. Isak Unna, Mannheim. Wenn wir die Lage des gesetzestreuen Judentums in der Gegenwart betrachten, so haben wir keinen Grund zu besonderer Befriedigung. In den westlichen Ländern ist seine Stellung schon früher eine schwache gewesen. Der Osten aber ist durch den Krieg und seine Folgen zerrüttet und befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und geistigen Krisis, so dass er nicht mehr wie früher das Rückgrat und das Reservoir des Judentums bildet. In Deutschland sind wir eine Minderheit, die ihre geistigen Güter gegenüber den mannigfachsten Schwierigkeiten zu verteidigen hat. Und in der neuen Welt, wo ja das ganze Leben eine viel intensivere Gestaltung hat, treten auch diese Schwierigkeiten in noch grösserem Masse auf. In Palästina wird zwar an dem Aufbau unseres Volkes gearbeitet, aber auch hier müssen wir alle Kräfte anspannen, um gegenüber den radikalen Tendenzen das altüberlieferte Judentum zu erhalten. Unter diesen Umständen wäre die einheitliche Zusammenfassung aller, die sich zur schriftlichen und mündlichen Lehre bekennen, das dringendste Gebot der Stunde. Und doch sehen wir innerhalb des gesetzestreuen Judentums selbst die schärfsten Gegen- Sätze. In Deutschland, das ja immer noch, vor allem durch die Synthese von Thora und Wissenschaft, eine hohe Bedeutung für das jüdische Leben besitzt, ist es besonders die Trennungsfrage, die seit ihrem Auftauchen die Thoratreuen mehr und mehr einander entfremdet und einen Kampf hervorgerufen hat, der, wie mir scheinen möchte, nicht im Verhältnis zu der Bedeutung dieses Problems steht. Wenn ich heute diese Frage in ihrem Wesen und in ihren Wirkungen darlegen und den Weg zeigen möchte, wie der Gegensatz, den sie geschaffen hat, einigermas8en zu überbrücken wäre, so bin ich mir der Schwierigkeit dieser Aufgabe sehr wohl bewusst. Aber ich