Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 377 (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293047--08459-2301741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Eine messianische Bewegung usw. 377 ben Levi wollte man die bisherige Praxis, dass man Maaser den Priestern (נהנים) geben soll, abschaffen4). Religiöse und wirtschaftliche Gründe sprachen dafür. Durch die Uebertragung der Rechte vom Zehnten auf die Priester bat die Beobachtung dieses Gesetzes abgenommen. Ferner hatten sich die Wirtschaftliehen Verhältnisse in dieser Zeit arg verschoben. Die Leviten kamen durch die Rechte der Priester zu kurz. R. Josua ben Levi, obwohl selbst ein Levite, also in Mitleidenschaft gezogen, hielt in selbstloser Weise mit seinem konservativen Sinn zur alten Praxis. Er sprach sich gegen diese Neuordnung der Dinge aus. Wie in den zwei vorhergehenden Punkten von Tagesfragen, und nicht akademischen oder archäologischen Problemen die Rede ist, so handelt es sich auch im dritten Punkt um eine Lebensfrage. Die Geschichte des Gottesnamen ist trotz der reichhaltigen Literatur über diesen Gegenstand bisher noch nicht geschrieben. Intellectuelle theologische Strömungen liegen hinter dem Verschwinden der einzelnen Gottesnamen aus dem täglichen Leben in Schule und Haus. Die biblischen Namen für Gott haben in den heil. Schriften eine interesante Geschichte. Warum sind Namen wie צבאות ,שדי ausser Brauch gekommen und in einzelnen Schriften ganz selten? Der שם המפורש und אלדים erscheinen im Zeitalter der Mischna nur in Zitaten und Gebeten. Warum? Die alt-mischnisehen Namen wie שמיים ,גבוה und מקום verschwinden mit dem Anfänge der Amoraim. Alle diese Erscheinungen müssen einen tiefen Grund haben, der in meiner demnächst erscheinenden Arbeit über die ״Geschichte der rabbinischen Gotteslehre״ behandelt wird. Wie wir von R. Abba bar Kahana erfahren, hat das Geschlecht der Verfolgung den Gebrauch des Gottesnamens wieder eingeführt. R. Josua ben Levi will diesen Usus mit der alten Einführung des Gottesnamens in freundschaftlichen Verkehr rechtfertigen. Hier gab es auch Gegner, u. z. ist die Opposition wieder im Kreise des Jochanan in Tiberias zu finden. R. Levi sagt: Wer das Tetra- 4) j. Maaser Sehen! 56 d. b. Bech. 4 a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.