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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 371

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 371 (sequence 39)
Language
German
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Eine messianische Bewegung usw. 371 griechische Kultur und Bildung heimisch waren12). Er hatte besonders feines Sprachgefühl und bediente sich desselben, um Dialektunterschiede zu machen13). Seine wissenschaftlichen Interessen waren vielseitig und tiefgehend, erstreckten sich auf Geschichte, Chronologie, Völkerkunde und Geographie. Spuren derselben sind wiederholentlich in seiner Agada wiederzufinden. Recht beachtenswert ist sein Satz über Koh. 1. 5., welcher chronologische Daten über Geburt und Tod berühmter Lehrer früherer Perioden und von Zeitgenossen enthält. Leider hat derselbe vielfache Zusätze und Umänderungen erfahren, die eine rechte Bewertung erschweren, oder gar unmöglich machen14). In seinen theologischen Lehren scheint er ganz besonders dem Problem von Strafe und Vergeltung seine Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Er war entschieden gegen eine verschiedenartige Bewertung von leichteren und schwereren Geboten. Alle müssen gleichmässig ausgeübt und befolgt werden15). Nichts 12) Er zitiert griechische Worte, wie 7rpoßaxta, Iväixq, opxYjönfc, Tjjucu, כירוסניקאה u. a. m. Er kannte ferner die Erzählung von Heracles am Scheidewege, und rühmt den Philosophen אבבימוס הגרדי. Zellers Bewertung dieses Philosophen stimmt zwar mit dem Urteile des Agadisten keineswegs überein, im Gegenteil er sieht in Eunamaos von Gaaara nichts Ausserordentliches. R. Abba b. Kahana hingegen stellt ihn in die erste Reihe der ausgezeichneten Philosophen neben Bileam. Jedenfalls zeigt der Satz, dass der Amora auch für weltliche Bildung Interesse hatte. Die Kenntnis des Namen des Philosophen dürfte vielleicht die Annahme einer tiberiensischen Heimat gestatten? Er scheint auch die zeitgenössische polemische Literatur gegen Juden und Christen gekannt zu haben, wenn er behauptet, dass Joseph das Gesetz der Circumcision bei den Aegyptern einführte (Gen. r. 90,6). Die alexandrini8chen Antisemiten frischten nähmlich die alte Anklage auf, dass die Juden die Beschneidung den Aegyptern entlehnt hätten. 13) Er zitiert Dialektproben aus לשון דרומי, des Südens, aus dem ברגמגא, viell. Gnuso, ferner תמן, was nicht unbedingt ״babylonisch“ sein muss. M) Gen. r. 58,1. Eccl. r. z. St. Midr. Sam. c 8. Kid. 72b. 15) j. Pea 15d, Kid. 61b, Deut. r. 3,1. Midr. Ps. 9,3. Pes. rabatti 12 la. Tanch. 2 ,עקב.

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