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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 372

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 372 (sequence 40)
Language
German
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372 Eine messianische Bewegung usw. geschieht auf Erden ohne Gottes Befehl. Alles ist von Gott vorgeschrieben und vorher bestimmt16). Es ist recht kennzeichnend, dass diese erhebende Lehre von und dieser feste Glaube an Gottes Eingreifen in die Geschicke des Menschen von unseren Lehrern in Zeiten der Verfolgungen und der messianiscben Erwartungen stets von Neuem und mit Nachdruck wiederholt wird. Ohne Gottes Befehl rührt sich kein Vogel im Himmel, sagt R. Simon ben Jochai17) Gottes Eingreifen, persönliche Leitung in Leid und Freud, in Verzweiflung und Hoffnung, in Verfolgung und Erlösung ist eine felsenfeste Zuversicht des jüdischen Volkes seit vielen Jahrhunderten, seit den Tagen der Propheten, aber niemals so klar und deutlich ausgesprochen als in den Jahrhunderten nach der Zerstörung des zweiten Tempels, in den Tagen des Elends und der Grausamkeit. Wieviel diese Glaubensstärke dazu beigetragen hat, dass Edom den Mut des Volkes nicht brechen, die Kraft Israels nicht lähmen konnte, lässt sich heute beim Lesen und Studieren der Agada nur ahnen, aber schwer beschreiben. Auch R. Abba b. Kahana huldigt dieser Vorstellung, dass weder im privaten, noch im nationalen Leben das geringste geschähe, ohne Gottes persönliches Eingreifen in die Geschicke der Menschen und Völker. Rom kann nichts gegen Israel ausrichten, ohne dazu vom Himmel bevollmächtigt zu sein. Die erste und älteste Geschichtsphilosophie der Propheten wird hier variiert. Gott beauftragt ein Weltreich das Volk wegen seiner Sünden, Fehler, Dekadenz, Ungehorsamkeiten, Abirrungen, etc. zu züchtigen. Rom verfolgt die Juden und tötet sie (M. Ps. 18, 10). Israel betet zu Gott: Herr der Welt, ich bin die Lilie der Täler, Du hast mich in die Tiefe der Bedrängnisse gesetzt um mich zu Falle zu bringen18). Harte Steuern muss Israel bezahlen, weil es sich nicht sättigte am Brote der Torah19). Vernachlässigung der Tora, die geringe J6) Ecel r. 10,11. 17) Midr. Psalmen B. 1B4 und Parall. 18) Cant. r. 2, 4. M. Ps. 120. 19) Lev. r. 15,9.

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