Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 364

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 364 (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293047--08446-2301728
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

864 Exegetische Beiträge aufbewahrt werden, auf, um allezeit besonders dringend an die Zusage der Hilfe (5,11) erinnert, gemahnt zu werden. Sobald dann die Not so gross ist — wie jetzt —, dass der Verfolgte zu Gott rufen muss (v. 10), so liest er in dem Buch und schreibt ein. Mit dem Lebens- oder Schicksalsbuch von 139, 16 hat dies Buch, m. E. nichts zu tun.“ Kittel spricht hier einen neuen Gedanken aus. Er verbindet •נדי mit דמעתי in Bezug auf das Aufschreiben seitens Gottes. Dagegen spricht das gleiche, was in Anm. 16 hier gegen Baethgen ausgeführt wurde. Bertholet19 übersetzt unseren v. wie folgt: ״Mein . . . hast du gezählt, meine Tränen hast [du] in deinen Schlauch gefasst ist es nicht dein Buch?“ und bemerkt zum Schlussatz: das ist wohl die Bemerkung eines Glossators, der statt an den Tränenschlauch an das den Schriftgelehrten geläufigere Bild des göttlichen Merkbuches denkt“. Bertholet hat wohl gefühlt, wie wenig diese zwei Bilder von נאדך und ספרך zu einander passen, wusste aber keinen besseren Rat als zu einem der üblichen Mittel der Bibelkritik Zuflucht zu nehmen, und den Schlussatz einem Glossator zuzuschreiben. Aber auch dies ist nur ein Notbehelf. Zuletzt möchte ich noch von nichtjüdischer Seite die Aeusserungen Hermann Gunkels20 erwähnen. Er übersetzt unseren v.: Meine schlaflosen Nächte trage in deine Rechnung, lege meine Tränen in deinen Schlauch, J—ve! — In seiner Einleitung zu Cap. 56 schreibt G.: ... Von Einzelheiten ist die Vorstellung bemerkenswert, das J—ve die ״schlaflosen Nächte“ seines Frommen in seine Rechnung eintrage, um die Not, wenn ihre vorbedachte Summe erfüllt ist, zu wenden: also eine Art himmlischen Rechnungsbuches, vergleichbar dem göttliehen Gedenkbuch ספר זכרון Mal. 3, 16 vgl. auch Hiob 19, 25; diese Vorstellung ist die von Büchern, wie sie am königlichen Hof geführt werden Esther 6, 1. Der mit Tränen gefüllte Schlauch könnte wie das deutsche ״Tränenkrüglein“ vom Märchen her- 19) Die Psalmen bei Kautzsch, 4. Aufl. 20) Die Psalmen übersetzt und erklärt von Hermann Gunkel (Göttinger Handkommentar zum Alten Testament), herausgegeben von Nowack, 8. Lieferung, 1925, S. 244/5.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.