Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 351 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bibel als Quelle usw. 851 die legitime Erbfolge zusprach; und ebenso habe er auch bei der Segensyerteilung an Josefs Söhne darauf gehalten, den Jüngsten, Efrajim, dem Aeltesten Yorzuziehen. Nach dieser Argumentation sei JakobsHandlungsweise glänzend gerechtfertigt, jeder Makel von seinem Charakter genommen und alle kniffligen Auslegungen der traditionellen Erklarer und nichtjüdischen Exegeten überflüssig. VC * Man muss gestehen, die Argumentation von Frazer hat viel Bestechendes und unerhört Originelles für sich, sie besticht durch ihre verblüffende Einfachheit, ihre Konsequenz, durch die fast elegante Leichtigkeit, mit der sie die Rettung des moralischen Charakters unsres Erzvaters Jakob — von den Ausstellungen, die besonders übelwollende Beurteiler so scharf formuliert haben — mit einem Wurfe sozusagen fertig bringt. Nur um Eines ist schade: diese ganz glänzende, geistreich konstruierte Ehrenrettung ist unwahrscheinlich, wenn nicht unwahr. Das ganze Bild des Alten Testaments mit allen seinen Institutionen, seinen erzählenden wie auch gesetzliehen Teilen, spricht gegen die Ultimogenitur. Bei Menschen, Tieren, Pflanzen galt das Erstgeborene, beziehungsweise Erstgewachsene als das Beste, Kraftvollste. Dies ist die unerschütterlichste Anschauung des alten Testaments und sie ist aus den verschiedensten Satzungen darin bis zur Evidenz erkennbar. Die Bestimmungen über die Erstlinge von Mensch, Tier und Pflanzengewächs brauchen hier, da jedem Leser bekannt, des Näheren nicht erörtert zu werden. Und die einfachste Vernunftfolgerung sagt uns daher, dass, sowie bei Tier und Pflanze es eine Ungereimtheit wäre, von einer Ultimogenitur zu sprechen, da man doch niemals weiss, welches das Letztgeborene oder Letztgewachsene ist oder sein wird, so wird auch beim Menschen die Primogenitur, also das Erstgeborene zu jeder Zeit der biblischen Menschen und Geschehnisse bestimmend gewesen sein. Auch im poetischen Stil- und Sprach-