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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 350 (sequence 18)
Language
German
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850 Die Bibel als Quelle usw. vielen Stämmen Südasiens, Nordostasiens und (seltener) Afrikas. Frazer bemüht sich auch, Vernunftsgründe für diese Bevorzugung des Jüngsten bei gewissen Völkern ausfindig zu machen: Es sei eine natürliche Konsequenz des Zustandes, dass der jüngste Sohn bei Nomadenstämmen am längsten zu Hause bleibe, sich also am längsten und eifrigsten um die Liebe der Eltern bemühe, und so der natürliche Schützer und Schützling und ergo Erbberechtigte der altgewordenen Eltern werde. Dies sei besonders der Fall bei Nomadenstämmen, die von Schafzucht leben und mit ihren Herden von Ort zu Ort ziehen; da sei wohl die Regel, dass die älteren Söhne ihrerseits mit ihren erworbenen Herden immer weiter schweifen, um neues Weideland zu suchen, sich den Eltern immer mehr entfremden, während der Jüngste bei den altgewordenen Eltern bleibe und ihr natürlicher Hüter und Schützer und schliesslich auch ihr Erbe und Bevorrechteter werde. So sei es auch im Volke Israel zuerst gehandhabt worden: Zur Zeit der Erzväter, die auch noch ein Hirten- und Nomadenleben geführt, habe die Ultimogenitur noch bestanden und Erzvater Jakob habe sie noch bei sich und seinen Söhnen gekannt und befolgt. Erst ein späterer Redaktor der Genesis (Frazer steht natürlich auf dem kritischen Standpunkt von der zeitlich verschiedenen Abfassung der biblischen Berichte) habe, als er in der Lebensgeschichte Jakobs Spuren von Ultimogenitur vorfand, während in seiner Zeit die Primogenitur schon allgemein zur Vorherrschaft gelangt war, dieses Verhalten Jakobs nicht verstanden und habe nach Gründen für Jakobs Vorliebe für seine jüngsten Kinder und Enkel gesucht und darum einzelnes interpoliert und neue Geschichten ad hoc hinzuerfunden; die Ueberlistung Esaus, die Habsucht und Schlauheit Jakobs bei der Erlangung des Vatersegens, die Bevorzugung und Aus- Zeichnung Josefs durch den Vater, den Zufall der Geburt bei den Zwillingsbrüdern Perez-Sarach. Doch die historische Wirklichkeit des Vorgangs sei so gewesen, dass Jakob nur sein Recht forderte, als er die Erbfolge für sich beanspruchte, gestützt auf die Ultimogenitur, die ihm als Jüngsten

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