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Jeschurun · 1926-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1926) · p. Seite 342

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 342 (sequence 10)
Language
German
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■MM■■■—Bill —Hl 1 II—■ 342 Die Bibel als Quelle usw. dann fortfahrend folgert, dass die Einzelheiten auf abergläubische Vorstellungen zurückzuführen seien, dass z. B. das Kainszeichen ein Schutz und magisches Mittel sein sollte gegen den Geist des Ermordeten, wenn dann Frazer zur Stützung seiner Ansicht die Riten moderner wilder Naturvölker heranzieht, die allerhand Zeremonien und Zaubermalereien anMördern und Kriegern vornehmen, um sie vor der Rache der Ermordeten und Erschlagenen zu schützen und ihren Geist zu versöhnen — so bringt uns das auf ein falsches Geleise und gibt dem biblischen Bericht, wie er uns vorliegt, ein fremdes Gesicht; denn von Geisterbe־ schwören und - versöhnen und von Magie ist bei der Branamarkung Kains durch Gott mit keinem Worte gesprochen. Keine Sterbenssilbe besagt etwa, dass Kain vor dem toten Abel Angst hat, nur die Angst vor dem Lebenden quält ihn, das Gefühl des Verlassenseins, des Gemiedenen, und da zeichnet Gott, damit, wer Kain mordet, ״siebenfach״ gestraft werde. Frazer macht allerdings für seine Auffassung das Argument geltend, dass bei der gewöhnlichen Annahme, die Brandmarkung Kains sei erfolgt, um ihn vor Verfolgung der Lebenden zu schützen, die schwierige Frage entstehe: Vor wem sollte eigentlich Kain geschützt werden? Es war doch niemand da, der ihn angreifen konnte?! Darauf ist glatt zu erwidern, dass der biblische Bericht annimmt, dass inzwischen die Erde sich bevölkert hat (vgl. 4,14), wie denn auch gleich nach dem Brudermorde die Stammtafel Kains aufgezählt wird (ibid. Vers 17 ff). Auch sagt ja die Bibel ausdrücklich: Das Blut deines Bruders schreit zu mir aus der Erde, also das mörderisch vergossene Blut sollte gesühnt, das Prinzip der Vergeltung den Menschen gelehrt werden;, doch von Geistern und Totenkult hütet der biblische Text sich zu reden. Nun übersieht Frazer allerdings auch nicht, dass der biblische Bericht vom Blute des Ermordeten und nicht ausdrücklich vom Geiste des Ermordeten spricht; doch auch hierin erblickt Frazer nur ein Zeichen abergläubischer Vorstellung, da es heisst, dass das vergossene und nicht bedeckte Blut ״zum Himmel

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